Die japanische Zentralbank pumpt zur Unterstützung der Wirtschaft weitere Milliarden in das Finanzsystem. Auf einer Sondersitzung beschloss die Bank von Japan, die geldpolitischen Zügel weiter zu lockern und dem Markt rund zehn Billionen Yen (77 Mrd. Euro) zuzuführen. Auf diese Weise wollen die Währungshüter der Regierung bei der Bekämpfung des Preisverfalls helfen und die Wirtschaft weiter auf Erholungskurs halten. Zugleich beließ die Bank von Japan den Leitzins wie erwartet bei 0,1 Prozent. Die Kredite haben eine Laufzeit von drei Monaten.

Die Notenbanker der vom Export abhängigen zweitgrößten Volkswirtschaft hatten sich angesichts der Deflation und der zuletzt rasanten Verteuerung des Yen unter zunehmenden Druck der Regierung gesehen, eine Ankurbelung der Wirtschaft mit geldpolitischen Maßnahmen zu flankieren. In Erwartung, dass die Zentralbank den politischen Wünschen folgen wird, zog die Aktienbörse deutlich an.

In Tokio hatte der Markt zum Höhenflug angesetzt, nachdem die japanische Notenbank eine Dringlichkeitssitzung einberufen hatte. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging in Tokio 2,4 Prozent höher bei 9572 Zählern aus dem Handel, seinem höchsten Schlussstand seit knapp zwei Wochen. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,1 Prozent auf 857 Punkte. Die Börsen in Südkorea, Hongkong, Taiwan und Shanghai und Singapur verzeichneten ebenfalls Gewinne.

Gestützt wurde der Markt auch durch Exportwerte. So legten die Titel des Autobauers Honda 3,9 Prozent zu, die des Konkurrenten Toyota 2,3 Prozent. Die Anteilscheine des Roboter-Herstellers Fanuc gewannen zwei Prozent. Papiere des Batterie-Produzenten GS Yuasa kletterten 7,2 Prozent. Analysten von Goldman Sachs stuften das Unternehmen auf „neutral“ von „verkaufen“.

Der Yen geriet nach der Ankündigung der BOJ-Sitzung unter Druck. Der Euro notierte zur japanischen Währung mit 131,00 Yen nach 129,59 Yen im späten US-Handel. Der Dollar wurde für 87,33 Yen nach 86,34 Yen im späten US-Geschäft gehandelt. Der Euro kostete in Fernost 1,5000 Dollar nach 1,5007 Dollar.

dpa/Reuters/dma