Zahlungsmittel

Bei der Reisekasse kommt es auf die Mischung an

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In vielen Ländern kann man inzwischen problemlos mit Bank- oder Kreditkarten bezahlen – allerdings nicht überall. So sind je nach Reiseziel unterschiedliche Vorbereitungen bei der Zusammenstellung von Zahlungsmitteln zu treffen. Morgenpost Online verrät, wie die Kasse beschaffen sein muss, damit böse Überraschungen ausbleiben.

Mit der Bank- oder Kreditkarte im Gepäck lässt sich heute bequem reisen. Trotzdem gibt es immer noch Gegenden, in denen nicht an jeder Ecke ein Bargeldautomat steht. Und nicht in jedem Imbiss bringt Reisende ihre Kreditkarte der Nahrung näher. Je nach Reiseziel sind daher unterschiedliche Vorbereitungen für das Bestücken des Portemonnaies zu treffen. Auf die Mischung achten, rät Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle. Ins Gepäck gehören ihm zufolge unter Umständen auch Reiseschecks.

Bargeld: Bargeld ist am unsichersten. "Wenn es gestohlen wird, ist es weg", sagt Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Und es hat einen weiteren Nachteil: Liegt das Reiseziel nicht innerhalb der Euro-Zone, kommt der lästige Währungstausch dazu. Für den ersten Urlaubstag empfiehlt sich allerdings eine gewisse Menge Bargeld. Für den Transfer vom Flughafen zum Hotel zum Beispiel braucht man Kleingeld. Der Tausch zu Hause ist dabei meist teurer. In der Regel ist ein Tausch vor Ort besser. Nur in sogenannten Hartwährungsländern wie den USA, Kanada oder der Schweiz ist der Währungstausch in Deutschland meist günstiger.

Plastikkarten: "Karten sind durch die Verwendung der persönlichen Geheimnummer ein sicheres Zahlungsmittel", urteilt Dominik Lamminger vom Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) in Berlin. Sie böten den Vorteil, dass Reisende weltweit bargeldlos in zahlreichen Geschäften einkaufen können. Allerdings seien etwa Kreditkarten nicht unbedingt für den Geldautomaten gedacht. Dafür sollte eher die Girocard - früher Bank-, Konto- oder EC-Karte genannt - mit ins Gepäck, erklärt Schlüter. In beiden Fällen gilt: Je nach Anbieter fallen unterschiedliche Gebühren an. Kretzschmar rät: "Belastungsbelege sollten deshalb sorgfältig aufbewahrt und später bei der Abrechnung genau überprüft werden."

Reiseschecks: Sie sind sicherer als Bargeld. Bei Verlust werden sie am Urlaubsort kostenlos und in der Regel innerhalb von 24 Stunden ersetzt. Um Ersatz zu bekommen, brauchen Reisende nur die Nummern der gestohlenen Schecks. Wer mit Plastikgeld oder Reiseschecks reist, sollte vor Reiseantritt die Telefonnummer für eine möglicherweise notwendige Sperrung notieren und zu den Reiseunterlagen legen.

Europäische Union: Innerhalb der Europäischen Union ist es leicht: Das Abheben am Geldautomaten und das bargeldlose Zahlen in Geschäften ist über die Euro Alliance of Payment Schemes (EAPS) in Ländern wie Spanien, Italien, Portugal und Großbritannien vielerorts möglich. "Die Girocard kann eingesetzt werden, wie man es in Deutschland gewohnt ist", sagt Schlüter. Alternativ komme auch die Kreditkarte infrage, zum Beispiel für den Mietwagen.

Nicht-EU: Im außereuropäischen Ausland ist das Bezahlen mit Karte und Reiseschecks in jedem Fall sicherer als das Mitführen großer Bargeldbeträge. Allerdings ist es ein Unterschied, ob die Reise etwa nach Südafrika oder in den Dschungel, nach Peking oder in den Himalaja geht. In der Regel kann mit der Karte aber jederzeit der gewünschte Bargeldbetrag in der jeweiligen Landeswährung bequem am Geldautomaten abgehoben werden. Klassische Reiseländer bieten zudem oft Möglichkeiten zum Bezahlen per Kreditkarte - in Südafrika zum Beispiel wird laut Schlüter nahezu überall eine Kreditkarte akzeptiert. Für eine Trekkingtour durch Afrika etwa sollten sicherheitshalber Reiseschecks oder Bargeld eingesteckt werden, wenn keine größeren Städte auf dem Weg liegen.

"Im Himalaja ist nicht damit zu rechnen, dass man überall an einem Geldautomaten vorbeikommt." Auf solchen Routen sollten sich Reisende vor Urlaubsantritt informieren, wie sie unterwegs an Geld kommen.