Der Preis passt, der Kilometerstand auch, und die Fotos im Inserat zeigen einen gepflegten Wagen ohne einen Kratzer. Bei einem Benziner oder Diesel wüssten die meisten Käufer jetzt, was zu tun ist: Probefahrt, Blick ins Scheckheft, vielleicht noch eine Runde mit dem Bekannten, der sich mit Autos auskennt. Beim gebrauchten E-Auto ist das komplizierter.

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Wirtschaft in Berlin
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Denn das teuerste Bauteil sieht man nicht: die Batterie. Sie sitzt im Unterboden und bestimmt maßgeblich, ob der Kauf ein Schnäppchen wird – oder ein teurer Fehler. Man sollte daher dem Vorbesitzer so viele Fragen wie möglich stellen. Auf die wichtigsten gibt Fabian Faehrmann, Sprecher beim ADAC, Antworten.
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Wie wichtig ist das Alter der Batterie – und wie teuer ist eine neue, falls die alte den Geist aufgibt?
„Das reine Alter einer Batterie gibt nur wenig Auskunft darüber, wie gut ein Akku noch erhalten ist“, sagt der Auto-Experte vom ADAC. Er erklärt: Der Zustand der Batterie verschlechtert sich im Wesentlichen durch die Nutzung, insbesondere die Ladezyklen, und über die Zeit. „Beide Effekte zusammen ergeben den sogenannten State of Health (SOH), der aussagt, wie viel Prozent der ursprünglichen Speicherkapazität noch nutzbar sind“, sagt Faehrmann.
Die Neuanschaffung eines kompletten Akkus komme in der Praxis sehr selten vor. In der Regel können nämlich bei Defekten einzelne Zellen einer Batterie auch modular repariert werden. Die Kosten dafür sind abhängig vom jeweiligen Fahrzeug, können aber erfahrungsgemäß schnell im fünfstelligen Bereich liegen, weiß der ADAC-Sprecher. „Vergleichbar mit einem Motorschaden bei einem Verbrenner stellt sich an diesem Punkt oft die Frage der Wirtschaftlichkeit der Reparatur.“
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Gibt es einen verlässlichen, unabhängigen Test für den Batteriezustand (State of Health) beim Gebrauchtwagenkauf – und wie aussagekräftig ist er wirklich?
„Ein unabhängiger SOH-Test ist für den Kauf eines gebrauchten E-Autos ratsam“, sagt Faehrmann. Ein seriöser Hersteller würde den Testwert mitsamt Zertifikat schon im Inserat angeben, sagt der Auto-Experte. Zudem kann man in einigen ADAC‑Prüfzentren den SOH direkt vor Ort ermitteln lassen. Von einem nicht ganz perfekten Ergebnis sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen: Jeder SOH-Test weist naturgemäß einen gewissen Toleranzbereich auf. Faehrmann erklärt: „Er gibt allerdings einen guten Eindruck darüber, wie es um den aktuellen Gesundheitszustand des Akkus steht.“
Wie stark beschleunigt häufiges Schnellladen die Batteriealterung im Vergleich zu normalem Laden?
Häufiges Schnellladen mit 50 bis 350 Kilowatt (kW) kann sich, je nach Fahrzeug, negativ auf die Lebensdauer der Batterie auswirken. Allerdings, so Faehrmann, ist der Effekt abhängig vom Fahrzeug und seinem Akku und kann nicht generell beziffert werden. „Grundsätzlich empfiehlt es sich, nur wenn nötig an der DC-Schnellladesäule Strom zu ‚tanken‘. Im normalen Alltag sollte man möglichst mit AC-Wechselstrom laden“, rät der Auto-Experte.
Häufiges Schnellladen habe im Umkehrschluss aber nicht zur Konsequenz, dass der Akku nach wenigen Jahren unbrauchbar wird: Ein VW ID.3 beispielsweise, der seit 2021 im ADAC‑Dauertest ist, hat nach über 220.000 Kilometern immer noch einen sehr guten SOH von 89 Prozent, obwohl er sehr häufig am Schnelllader steht, erklärt Faehrmann.
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Was passiert versicherungstechnisch bei einem Batterieschaden? Wird das E-Auto schon beim kleinen Unfallschaden zum Totalschaden erklärt?
Die Angst vieler Käufer von gebrauchten E‑Autos: Die Batterie scheint beim Kauf noch völlig in Ordnung zu sein. Doch nach kurzer Zeit gibt sie den Geist auf – und das eben erst gekaufte E-Auto ist nun ein wirtschaftlicher Totalschaden. Doch ganz so schnell geht es nicht, weiß Faehrmann. „Ob eine beschädigte Batterie einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeutet, hängt von vielen Faktoren ab und kann nicht pauschalisiert werden“, sagt der Experte.
Maßgeblich sei die Art und Schwere der Batteriebeschädigung, die Höhe der Reparaturkosten und der Restwert des Fahrzeugs. „Je älter das Fahrzeug ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich nicht mehr lohnt, einen defekten Akku zu reparieren, und das Fahrzeug somit zu einem wirtschaftlichen Totalschaden wird“, sagt er.
Wie wirkt sich das hohe Fahrzeuggewicht durch den Akku auf Reifenverschleiß, Bremsen und Fahrwerkskosten langfristig aus?
Grundsätzlich kennen die Hersteller das Gewicht des Autos und sollten dementsprechend die Komponenten auf das jeweilige Fahrzeuggewicht auslegen. „Die Erfahrung zeigt jedoch auch, dass sich die ein oder andere Komponente als nicht so langlebig erweist wie ursprünglich vorgesehen“, erklärt Faehrmann. „Die Masse allein hat zwar Auswirkungen auf den Verschleiß, ebenso wichtig ist aber auch, wo und wie das Fahrzeug gefahren wird.“ Der Experte gibt ein Beispiel: Wird mit dem Auto relativ schnell und regelmäßig über Unebenheiten gefahren, verschleißen Achsgelenke und Lager dementsprechend schneller.
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Wie verändert sich die Garantie auf die Batterie beim Besitzerwechsel – bleibt sie voll bestehen, oder verfällt sie anteilig?
Hier lohnt ein Blick ins Kleingedruckte im Kaufvertrag. Denn die Batteriegarantie ist üblicherweise fahrzeugbezogen. „Einige Hersteller verlangen jedoch eine Abtretung der noch bestehenden Garantie-Ansprüche an den Gebrauchtwagenkäufer, weshalb eine entsprechende Klausel im Kaufvertrag zu finden sein sollte“, erklärt Faehrmann.
Auf was muss ich bei einer Probefahrt beim gebrauchten E-Auto achten?
Generell sollten sich Kaufinteressenten Zeit für eine ausgiebige Probefahrt nehmen, um das Fahrzeug kennenlernen zu können, empfiehlt Faehrmann. „Dabei achtet man zum Beispiel auf das Fahr- sowie Bremsverhalten, die Bedienfreundlichkeit oder auch Begleitaspekte wie die Lautstärke.“
Bei einem E-Auto ist es ratsam, ein Gefühl für die Reichweite des Fahrzeugs zu bekommen. Bei Gelegenheit kann auch das Laden an einer öffentlichen Station ausprobiert werden. Denn für viele Käufer ist es wichtig, wie lang der Ladevorgang dauert.











