Online bestellen, beim Nachbarn zwei Hausnummern weiter abliefern lassen und abends abholen. Für viele Menschen ist das alltäglich. Doch der Vorgang kann die Kreditwürdigkeit betreffen. Was etwas kurios anmutet, hat mit der Art zu tun, wie der neue Schufa-Score berechnet wird. Vermutlich wäre es nicht aufgefallen, hätte das Wiesbadener Unternehmen sich nicht einer radikal neuen Offenheit verschrieben.

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Auch der Score ist Teil davon. Der gibt an, wie kreditwürdig eine Person ist. Er ersetzt seit Mitte März andere Scores der Schufa. Das Besondere: Jeder kann genau sehen, wie sich der persönliche Wert berechnet – und die Auskunftei auf Fehler hinweisen. So fielen die Tücken bei den Adressen auf.
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Schufa verspricht maximale Transparenz
„Wir sind sehr zufrieden mit den ersten 100 Tagen des neuen Schufa-Scores und freuen uns über die positive Resonanz“, sagt Schufa-Chefin Tanja Birkholz. „Die 1,3 Millionen neu gewonnenen Nutzerinnen und Nutzer haben unsere Erwartungen weit übertroffen.“ Sie haben sich seit Mitte März kostenlos bei der Schufa oder der Tochter Bonify angemeldet oder ein Schufa-Abo abgeschlossen.
Und die neuen Nutzer melden sich, was der Schufa hilft – und umgekehrt. „Das Feedback zur neu geschaffenen Transparenz werden wir nutzen, um unsere eigenen Prozesse kontinuierlich zu verbessern“, sagt Birkholz. Der neue Score richtet sich nach zwölf Kriterien, die die Schufa-Statistiker als besonders aussagefähig ermittelt haben. Für jedes Kriterium gewährt die Schufa Punkte. Die Summe der Punkte ergibt den Score. Maximal 999 Punkte sind möglich. Der niedrigste Wert ist 100. Bei Zahlungsausfall gibt es keinen Score.
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So setzt sich der Schufa-Score zusammen
Zu den Kriterien gehören der Kreditstatus, die Anzahl der neuen Ratenkredite binnen zwölf Monaten, das Alter der ältesten Kreditkarte und eben auch das Alter der letzten Adresse. Das Kriterium ist wichtig, weil statistisch gesehen Personen, die erst vor Kurzem eine neue Wohnung bezogen haben, ein höheres Risiko haben, Zahlungsprobleme zu bekommen.
Die Schufa nutzt keine Meldedaten, bekommt die Adressen von ihren Firmenkunden. Wenn sich die neuen Daten einer Person von der gespeicherten Adresse unterscheiden, sei es nur durch die Hausnummer, wird die Adresse bei der Schufa aktualisiert. Und wenn der Online-Händler die Zustelladresse des Pakets beim Nachbarn übermittelt, ändert sich eben auch die Adresse der Bestellerin in den Daten, was wie ein frischer Umzug aussieht.
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Schufa ändert die Speicherlogik
Nach Hinweisen ändert die Schufa jetzt schrittweise die Speicherlogik – auch rückwirkend. Das betrifft wechselnde Hausnummern genauso wie Kurzzeitumzüge. Bei insgesamt 755.000 Personen ändert sich deshalb der Score, drei Viertel verbessern sich, werden kreditwürdiger. Insgesamt hat die Schufa Daten von rund 69 Millionen Bundesbürgern und 6,6 Millionen Unternehmen gespeichert.
Die Schufa bearbeitet pro Tag rund 350.000 Anfragen. Derzeit benutzen bereits mehr als ein Viertel der 11.000 Schufa-Firmenkunden den neuen Score, wie das Unternehmen berichtet, darunter 14 der 100 wichtigsten. Bis Jahresende sollen rund die Hälfte aller Firmenkunden und 25 der Top 100 umgestellt haben.







