39 Cent pro Kilowattstunde muss man in Deutschland im Durchschnitt für Strom bezahlen. Das ist so viel wie in kaum einem anderen Land der EU. Nur in Irland bezahlt man mehr: im Schnitt 40 Cent pro Kilowattstunde. Der Mittelwert über alle 27 Mitgliedsländer der EU liegt bei 29 Cent pro Kilowattstunde. In Deutschland zahlt man somit rund ein Drittel mehr. Das zeigen die aktuellsten verfügbaren Daten der Europäischen Kommission, die das Energieunternehmen 1Komma5° für diese Zeitung ausgewertet hat.

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Wirtschaft in Berlin
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Für einen Singlehaushalt in Deutschland, der im Durchschnitt 1500 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, entspricht das rechnerischen Mehrkosten von etwa 150 Euro im Jahr. Eine Familie, die 5000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, muss hierzulande sogar rund 500 Euro mehr bezahlen als im EU-Schnitt.
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Teurer Strom: Deshalb muss man in Deutschland so viel bezahlen
Ein Grund, warum Strom in Deutschland vergleichsweise teuer ist, sind Abgaben wie Netzentgelte – die Gebühren für den Transport des Stroms – und Steuern. Betrachtet man die Strompreise der EU vor Abgaben und Steuern, landen neben Irland auch noch Luxemburg, Belgien und die Niederlande vor Deutschland. Ohne Steuern und Abgaben kostet die Kilowattstunde in Deutschland etwa 26 Cent.
Der voranschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien hat einen weiteren Effekt auf den Strompreis für private Haushalte: Die Netzentgelte steigen auf ein Rekordniveau an und machen inzwischen rund ein Viertel des Strompreises aus. Die Netzentgelte gehen an die Stromnetzbetreiber und finanzieren die Nutzung und Instandhaltung der Netze. Dass die Netzentgelte so stark ansteigen, liegt daran, dass durch die Energiewende viele neue Wind- und Solarkraftwerke ans Netz müssen. Der Netzausbau sei einer der großen Kostentreiber.
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Zudem ist der Strompreis hierzulande immer noch an fossile Energien gekoppelt. Die Erneuerbare-Energien-Quote lag 2025 bei knapp 56 Prozent. Doch das sogenannte Merit-Order-Prinzip sorgt dafür, dass sich der Strompreis an dem teuersten noch zur Deckung der Nachfrage benötigten Kraftwerk orientiert. Konkret: Zunächst soll die günstigste Art der Stromerzeugung genutzt werden, um die Nachfrage zu decken. Das sind in der Regel erneuerbare Energien, schließlich sind Sonne und Wind kostenfrei.
Übersteigt die Nachfrage aber das Angebot nach den erneuerbaren Energien, wird die nächstgünstigste Form der Energieerzeugung herangezogen, etwa die Wasserkraft oder Kernenergie. Der Preis für diese Form der Energieerzeugung bestimmt dann als Einheitspreis den Marktpreis. Reicht das immer noch nicht aus, um die Nachfrage zu decken, muss Strom aus Kohlekraftwerken oder im Extremfall aus Gaskraftwerken abgenommen werden, es wird noch teurer.
In diesen Ländern ist Strom günstiger als in Deutschland
Beispiele für Länder mit hohem Anteil erneuerbarer Energien und unterdurchschnittlichen Strompreisen sind unter anderem Schweden (85 Prozent erneuerbare Energien; 27 Cent/kWh) auf Platz 10 im EU-Strompreisranking sowie Portugal (66 Prozent erneuerbare Energien; 24 Cent/kWh) auf Platz 17 oder Spanien (60 Prozent erneuerbare Energien; 27 Cent/kWh) auf Platz 12.
Am günstigsten ist Strom übrigens in Ungarn. Dort kostet die Kilowattstunde durchschnittlich nur elf Cent. Auch in Malta (13 Cent/kWh) und Bulgarien (14 Cent/kWh) ist Strom vergleichsweise günstig.









