• Die Sonderkollektion der Uhrenmarken Swatch und Audemars Piguet hat einen weltweiten Hype ausgelöst
  • Auch in Berlin hatte der Vekaufsstart chaotische Szenen zur Folge
  • Was Uhren-Fans jetzt beachten sollten

Gedränge, Schlägereien, beschädigte Türen und außerplanmäßig geschlossene Läden: Der Verkaufsstart für eine Sonderkollektion von Swatch-Uhren in Zusammenarbeit mit der Schweizer Luxusuhrenmarke Audemars Piguet hat am Wochenende in New York und mehreren europäischen Städten für chaotische Szenen gesorgt. Da die Kollektion „Royal Pop“ nur in ausgewählten Swatch-Läden verkauft wurde, bildeten sich vor den betroffenen Geschäften lange Warteschlangen. 

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Die Kollektion kombiniert die Ästhetik der „Royal Oak“ mit dem quietschbunten Konzept von Swatch. In dieser Kooperation erscheinen acht Modelle, die durch ihre Limitierung Potenzial zur Wertsteigerung aufweisen.

Uhrenliebhaber mit Campingstühlen vor den Swatch-Filialen

In Städten wie Paris, Köln und Düsseldorf mussten Swatch-Filialen zeitweise schließen, um den Andrang der Käufer unter Kontrolle zu bringen. Auch am Montag harrten Fans mit Campingstühlen vor der Swatch-Filiale am Hackeschen Markt in Berlin aus, um eine der Uhren zu ergattern.

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Der Wirbel um die „Royal Pop“ zeigt sich längst auch in den sozialen Netzwerken. Die Ankündigung der neuen Uhr sammelte bei Instagram mehr als 400.000 Likes und wurde rund 339.000 Mal geteilt. Inzwischen sah sich Swatch gezwungen anzukündigen, den Verkauf zeitweise zu stoppen, sobald sich mehr als 50 Menschen vor einer Filiale versammeln. Für Interessenten gibt es dennoch Entwarnung, denn die Uhr soll über mehrere Monate hinweg erhältlich bleiben.

Royal Pop: 30.000 Euro-Uhr wird alltagstauglich

Wodurch entsteht der Hype rund um die „Royal Pop“ bei Uhren-Fans? Der Ursprung liegt in der „Royal Oak“ von Audemars Piguet, die seit Jahren als Ikone im Segment der Luxusuhren gilt. Die achteckige Lünette mit vertikaler Satinierung, die acht sichtbaren Schrauben und das berühmte Grande Tapisserie Muster auf dem Zifferblatt machen die Schweizer Uhr unverwechselbar. Viele Modelle erzielen inzwischen Preise von deutlich mehr als 30.000 Euro.

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Genau an diesem Punkt setzt die Kooperation mit Swatch an. Durch die Zusammenarbeit erhält die „Royal Oak“ einen verspielten Charakter, während sie mit einem Preis von unter 400 Euro für eine deutlich größere Zielgruppe erschwinglich wird. Hinzu kommt das Konzept als Taschenuhr, die sowohl an einem Band um den Hals als auch mit einem Clip an der Kleidung getragen werden kann. Damit bekommt die „Royal Pop“ einen eigenständigen Auftritt, der sie von klassischen Luxusuhren abhebt.

Kollaboration zwischen Swatch und Audemars Piguet
Ein Verkäufer mit weißen Handschuhen präsentiert einem Kunden die ersten 7 von 8 Modellen zum Verkaufsstart der neuen Royal Pop Uhrenkollektion.© picture alliance/dpa/KEYSTONE | Gaetan Bally

Liebhaber und Gier: Nachfrage übertrifft die Erwartungen

Das Potenzial für Wertsteigerungen könnte der eigentliche Motor hinter dem Hype um die „Royal Pop“ sein. Für rund 400 Euro gekauft, tauchten die ersten Exemplare bereits wenige Stunden nach dem Verkaufsstart am Samstag bei Ebay und anderen Online Plattformen für Preise zwischen 2000 und 3000 Euro auf. Durch die große Zahl an angebotenen Uhren fiel das Preisniveau inzwischen allerdings wieder deutlich und liegt aktuell im Durchschnitt bei rund 1700 Euro.

Erschwerend für viele Interessenten kommt hinzu, dass die Uhr ausschließlich in ausgewählten Filialen von Swatch verkauft wird. Dadurch gewinnt der Zweitmarkt im Internet an Bedeutung. Der Ansturm dürfte deshalb nicht nur von echter Begeisterung für die Uhr ausgelöst worden sein, sondern auch von der Hoffnung vieler Menschen auf schnelle Gewinne mit hohen Margen.

Alle Modelle der Royal Pop Kollektion aus einen Blick.
Alle Modelle der Royal Pop Kollektion aus einen Blick.© AFP | DIMITAR DILKOFF

Vorsicht: Es drohen Steuerzahlungen beim Verkauf

In Deutschland kann dieser Handel allerdings steuerliche Folgen haben. Selbst bei Privatverkäufen muss zwischen Kauf und Weiterverkauf grundsätzlich mindestens ein Jahr liegen, damit mögliche Gewinne steuerfrei bleiben. Zudem gilt eine Freigrenze von 1000 Euro. Liegt der erzielte Gewinn darüber, muss der komplette Gewinn versteuert werden.

Trotz aller Spekulationen gibt es auch Liebhaber, die vor allem Design und Konzept der „Royal Pop“ schätzen. Im aktuellen Trubel rund um die Wiederverkaufspreise wirken diese Uhrenfans jedoch eher wie eine Minderheit.