Der Chef von Starbucks steht in der Kritik: Brian Niccol ist seit September 2024 Vorsitzender der weltberühmten Kaffeekette. In den letzten Jahren haben die Preise bei dem Unternehmen mit dem grün-weißen Meerjungfrauenlogo massiv angezogen. Dass ein Kaffee mittlerweile gut und gerne neun Dollar (etwa 7,70 Euro) kostet, ist für Niccol jedoch kein Problem.

Starbucks-CEO verteidigt hohe Preise als „erschwingliches Premium-Erlebnis“

Wie der Caféketten-Chef kürzlich im Podcast „What‘s News AM“ des „Wall Street Journals“ kundtat, sei der Kaffee seiner Firma nun mal ein „erschwingliches Premium-Erlebnis“. Dafür würden Kunden bewusst mehr bezahlen. Denn die Menschen seien unabhängig von ihrem Einkommen bereit, sich mit teuren Lebensmitteln etwas zu gönnen. „Wir wissen, dass es definitiv etwas gibt, das diesen Wert antreibt: die Fähigkeit, durch die Verbindung mit einem Barista einen großartigen Moment zu erleben”, führte Niccol aus.

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Diese Aussagen allein bescherten dem Unternehmer bereits einen kleinen Shitstorm. Unter einem Facebook-Post der „New York Post“ zu diesem Thema reihten sich die höhnischen Kommentare aneinander, die von „seit wann ist Starbucks premium?“ bis hin zu „nur wenn Alkohol drin ist“ gingen. Angesichts des Mindestlohns von 7,25 Dollar in den USA ist diese Kritik mitunter berechtigt.

Auch die Kolumnistin des britischen „Guardian“, Arwa Mahdawi, nutzte den Fettnäpfchentreffer von Brian Niccol für einen Kommentar. Sie resümierte, der Firmenchef, der laut „Executive Paywatch“ etwa das 6000‑fache Gehalt eines Starbucks-Mitarbeiters kassiere, stelle damit eindrucksvoll unter Beweis, dass er „noch nie mit jemandem außerhalb seiner Steuerklasse zu tun hatte“.

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Doch sei Niccol, der gerne mit dem Privatjet zur Arbeit komme, mit seinen Bonmots nicht allein in der CEO-Welt. Schließlich habe auch der einstige Kellogg‘s-Chef einkommensschwachen Familien mal vorgeschlagen: Spart Geld, esst doch mal abends Müsli.

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Tatsächlich könnte der geänderte Anspruch an das Verkaufserlebnis bei Starbucks mit der wachsenden Konkurrenz im Kaffeesegment zusammenhängen. So erhöht etwa „Cotti Coffee“ den Druck auf das US‑Unternehmen. Die weltweit agierende chinesische Kette hat bislang acht Standorte in deutschen Großstädten und lockt mit Preisen von 99 Cent für einen Espresso (bei Starbucks 2,10 Euro) oder 2,99 Euro für einen Café Latte (bei Starbucks 4,90 Euro). Auch „LAP Coffee“ (30 Cafés in Deutschland) kommt mit Kampfpreisen von 1,50 Euro für einen Espresso und 2,50 Euro für einen Cappuccino daher.