Eine glatte 10 – das antworteten Sally Özcan, Julia Becker und Gianna Regenbrecht auf die Frage von Miriam Scharlibbe, der Chefredakteurin vom „Mannheimer Morgen“, wo sie sich selbst, was Hoffnung und Zuversicht betrifft, auf einer Skala von 1 bis 10 sehen.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Gianna Regenbrecht, die nach einem Reitunfall querschnittsgelähmt ist und nun als Parareiterin Erfolge feiert, berichtete, wie sie nach einer Hippotherapie zurück zum Reitsport fand: „Das war für mich tatsächlich eine Art Therapie und hat mir sehr gutgetan. Entscheidend war die Nähe zum Pferd, zu meiner Leidenschaft und Begeisterung.“

Talk „Sport trifft Wirtschaft“: Zuversicht und Hoffnung

Der sportliche Aspekt sei erst später dazugekommen. „Vor meinem Unfall war ich keine Leistungssportlerin, sondern einfach eine von vielen pferdebegeisterten Mädchen im Reitverein, engagiert und motiviert. In den Leistungssport bin ich dann Schritt für Schritt hineingewachsen.“ Doch der Sport ist nicht alles für Regenbrecht: Sie studiert Medizin und berichtete begeistert von einer Reise mit ihrem Freund nach Kambodscha. „Man muss sich manchmal einfach mal was trauen.“

FUNKE-Verlegerin Julia Becker.
FUNKE-Verlegerin Julia Becker.© Lennart Knab/FUNKE Mediengruppe

Auch Sally Özcan hat sich im Leben viel getraut: Die Tochter türkischer Einwanderer bekam während ihres Studiums ihre erste Tochter und baute später „Sallys Welt“ auf. Auf YouTube gibt sie Koch- und Backtipps und auch als Einzelhändlerin ist sie mittlerweile erfolgreich: „Es gab viel Gegenwind – und den gibt es bis heute.

Irgendwann hieß es, als Mutter könne man kein Unternehmen führen, als Frau schon gar nicht allein. Solche Stolpersteine kennt man. Ich habe aber gelernt, irgendwann nicht mehr darauf zu hören.“ Ihr Vater sei dagegen gewesen, als sie sich entschied, nicht als Lehrerin zu arbeiten, sondern Unternehmerin zu werden. „Heute ist er einfach nur wahnsinnig stolz und sagt: ‚Mensch, jetzt bist du ja wieder Lehrerin – nur halt online.‘“

Die Teilnehmerinnen der Diskussion zeigten sich hoffnungsfroh und zuversichtlich.
Die Teilnehmerinnen der Diskussion zeigten sich hoffnungsfroh und zuversichtlich.© Lennart Knab/FUNKE Mediengruppe

Deutlich mehr Chancen als Risiken

Verlegerin Julia Becker beschrieb, wie sie die FUNKE Mediengruppe aus der Krise führte. Viele der alten Gesellschafter hätten Gewinne aus dem Unternehmen entnommen und nicht investiert: „Die vergangenen Jahre sind für uns sehr gut gelaufen. Die FUNKE Mediengruppe wächst, wir haben über eine Milliarde Euro in deutsche Medienmarken investiert. Ich glaube, wir sind derzeit das einzige Medienunternehmen in Deutschland, das zukauft und Redaktionen aufbaut.“

Am Anfang habe ihr niemand zugetraut, das Unternehmen zu führen. Mit Krisen habe sie gelernt umzugehen. Julia Becker sieht heute deutlich mehr Chancen als Risiken, denn es gebe immer mehr Menschen, die verstehen, wie wichtig Journalismus ist: „Der Wunsch nach Information ist da. Der Auftrag des Journalismus ist, um es mit Rudolf Augstein zu sagen, zu sagen, was ist. Das ist für mich die Überschrift, die ich jedem meiner Tage geben würde.“

„Lernen hört niemals auf“

Alle drei Frauen auf dem Podium, stellte Moderatorin Miriam Scharlibbe fest, hätten ihren persönlichen Kampfgeist betont, ein „Sich-nicht-unterkriegen-Lassen“. Sofern sie einen Plan B für ihr Leben gehabt hätten, mit dem alles einfacher gewesen wäre, hätten sie sich für den schwierigeren, anspruchsvolleren Weg entschieden – und damit Erfolg gehabt. Die eigentliche Botschaft, sagte Sally Özcan am Ende der Veranstaltung, sei, dass man immer bereit sein müsse, zu lernen: „Lernen hört niemals auf, sondern geht jeden Tag weiter.“

fmg