Ob die geliebte Kaffeemarke oder die bevorzugte Schokolade: Die genussvollen Alltagsbegleiter früherer Tage mutierten im vergangenen Jahr zu kleinen Luxusmomenten für Kunden. Der Grund: stark gestiegene Rohstoffpreise. Dass diese aktuell wieder deutlich sinken, aber Kunden davon beim Preis nichts merken, läge an den Schokoladen-Herstellern selbst, sagte Rewe-Chef Lionel Souque gegenüber dem „Spiegel“ und attackierte insbesondere Lindt und Mondelēz heftig.

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Wirtschaft in Berlin
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„Der Kakaopreis ist bis vergangenes Jahr unglaublich gestiegen, also gab es massive Preiserhöhungen. Seit Monaten sinken die Rohstoffpreise. Aber die großen Markenhersteller, vor allem Lindt und Mondelēz, haben die Preise erhöht. Das merken die Kunden, und das wollen sie nicht. Ich kenne Extremfälle“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Rewe-Gruppe im Interview mit dem Magazin.
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Rewe-Chef: Milka-Hersteller bringt Mogelpackung ins Regal
Souque nannte gleich auch noch ein konkretes Beispiel: Für eine 100-Gramm-Tafel von Milka lag die unverbindliche Preisempfehlung demnach bei 1,49 Euro. Anschließend sei die Tafel auf 90 Gramm verkleinert worden, der Einkaufspreis aber gestiegen. „Unter diesen Bedingungen war ein Verkauf unter 1,99 Euro kaum darstellbar. Das ist irre“, sagte Souque. Die Eigenmarke hätte Rewe demnach nach Aussagen des Rewe-Chefs im gleichen Zeitraum gleich zweimal im Preis gesenkt.
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Auf die Frage, warum Rewe solche Mogelpackungen nicht für Kunden kennzeichne, sagte Souque, der Aufwand sei zu groß. „Der französische Händler Carrefour hat das gemacht, und wir haben das auch erwogen. Aber dann müssen unsere Mitarbeiter in 6000 Märkten Hinweise aufkleben. Viel Arbeit, viel zu viele Informationen am Regal – dabei wollen die Menschen einfach nur einkaufen“, so Rewe-Chef Souque.
Hohe Energiepreise, steigende Personalkosten und Kunden, die sich jeden Griff ins Einkaufsregal zweimal überlegen: Supermärkte und Discounter in Deutschland stünden vor großen Herausforderungen. Nach Aussagen von Souque sinken auch die Gewinnmargen bei Rewe, die allgemeine Konsumstimmung sei nicht gut. „Aber Lebensmittelhändler müssen nicht jammern. Die Leute verzichten eher aufs Restaurant, auf neue Klamotten oder teure Markenartikel. Wir machen nicht den großen Gewinn. Wirklich leiden müssen gerade andere Branchen“, so der französische Manager.
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