Schluss mit Kabelsalat. Seit Mittwoch gilt in der Europäischen Union: Neue Laptops müssen einheitlich über ein USB-C-Ladekabel mit Strom gefüttert werden können, quer über alle Hersteller und Marken. Bislang galt das nur für Smartphones, Kameras und andere Gadgets.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Künftig wird ein Ladegerät im Haushalt alle diese Geräte laden können – vorausgesetzt, es liefert genug Leistung. Mindestens 65 Watt sollten es sein. Wer am Gaming-Laptop spielt, greift zu 100 Watt oder mehr.

Das spart nicht nur Platz, sondern schont Ressourcen und unseren Planeten. 11.000 Tonnen ungenutzte Ladegeräte landen in der EU jährlich im Müll, und damit: Kupfer, Erdöl, Gallium, Gold. Alle diese Rohstoffe müssen teils in umweltzerstörenden Verfahren aus der Erde gegraben und unter hohem Energieaufwand raffiniert werden. Zumindest für den EU-Markt mit seinen 450 Millionen Verbrauchern fällt davon nun weitaus weniger an.

Unser*e Desk-Redakteur*in Philipp Luther
Unser*e Desk-Redakteur*in Philipp Luther© Rebecca Rütten | Rebecca Rütten

Hoffnung in Krisenzeiten

Und wegen des Brüssel-Effekts könnte bald weltweit nur noch ein Ladegerät ausreichen; multinationale Konzerne übernehmen die Vorgaben der EU oft für andere Märkte. Es ist schlicht billiger, einen Standard zu produzieren statt verschiedene. Das sind hoffnungsvolle Nachrichten, in Zeiten von blockierten Handelsrouten, Klimakrise und voranschreitender Ausbeutung sehr begrenzter Ressourcenvorkommen.

Es zeigt sich: Die gern gescholtene EU mit ihrem Faible für Regulierungen wirkt, im positivsten Sinne. Nicht nur, weil das Leben für Verbraucher leichter wird. Sondern weil alle sehen können, dass wir als globale Gesellschaft weiterkommen, wenn wir uns zusammenschließen – und an einem Strang ziehen. Gerne mehr davon.