Mit der Arbeit, so wie wir sie heute kennen, könnte bald Schluss sein. Recherchieren, Verwaltungsaufgaben erledigen, sogar programmieren – all das und noch viel mehr könnte künftig von KI-Agenten erledigt werden. Doch bevor die Künstliche Intelligenz das Ruder übernimmt, muss sie trainiert werden.

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Und genau dabei greift Meta nun auf eine ungewöhnliche und für viele beunruhigende Methode zurück. Mit einer neuen Tracking-Software sollen Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge der Mitarbeiter erfasst werden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet exklusiv darüber.

Meta über das übergeordnete Ziel: „Agenten sollen die Arbeit erledigen“

In einem internen Memo heißt es: „Hier können alle Meta-Mitarbeiter dazu beitragen, unsere Modelle zu verbessern, indem sie einfach ihre tägliche Arbeit erledigen“. Als Teil einer umfassenden Initiative soll das Tool namens Model Capability Initiative (MCI) auf arbeitsbezogenen Apps und Websites laufen. Auch Screenshots von den Inhalten auf den Bildschirmen der Mitarbeiter sind vorgesehen.

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„Wenn wir Agenten entwickeln, die Menschen bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben mithilfe von Computern helfen, benötigen unsere Modelle reale Beispiele dafür, wie Menschen sie tatsächlich nutzen“, wird Meta-Sprecher Andy Stone von Reuters zitiert. „Die Vision, auf die wir hinarbeiten, ist eine, in der in erster Linie unsere Agenten die Arbeit erledigen und unsere Rolle darin besteht, sie anzuleiten, zu überprüfen und ihnen zu helfen, sich zu verbessern“, so Meta-CTO Andrew Bosworth. Stone bestätigte, dass die über MCI erfassten Daten zum KI-Training verwendet werden.

Ziel ist es, die KI-Modelle kontinuierlich zu verbessern, vor allem in Bereichen, in denen sie immer noch Schwierigkeiten haben, wie etwa bei der Verwendung von Tastenkombinationen oder der Auswahl von Menüpunkten in Dropdown-Menüs.

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Datenschutz: Experten kritisieren Echtzeitüberwachung am Arbeitsplatz

Doch was bedeutet das für den Datenschutz der Mitarbeiter? Ifeoma Ajunwa, Rechtsprofessorin an der Yale University, äußerte gegenüber Reuters ernste Bedenken: „Die Technologie zur Protokollierung von Computeraktivitäten und zur Erstellung von Screenshots wurde in der Vergangenheit von Unternehmen genutzt, um Fehlverhalten von Mitarbeitern oder nicht arbeitsbezogene Aktivitäten aufzudecken.“ Die Erfassung von Tastatureingaben gehe sogar noch weiter, so Ajunwa. Sie entspreche einer Echtzeitüberwachung. In den USA gibt es allerdings keine gesetzlichen Beschränkungen für die Überwachung von Arbeitnehmern.

In Europa wäre ein solches Vorgehen kaum denkbar. „Europäisches Recht würde eine solche Überwachung wahrscheinlich verbieten“, sagte Rechtsprofessor Valerio De Stefano von der York University gegenüber Reuters. In Deutschland dürfe eine elektronische Überwachung laut Gerichtsurteilen nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden – etwa bei konkretem Verdacht auf eine schwere Straftat. Meta versichert unterdessen, die erfassten Daten ausschließlich für das KI-Training zu verwenden und nicht für Leistungsbeurteilungen.

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KI-Agenten statt echten Mitarbeitern? Bots führen zu massiven Jobverlusten

Sollten sich in der Zukunft echte Mitarbeiter durch KI-Bots ersetzen lassen, plant Meta umfangreiche Stellenstreichungen. Wie Reuters weiter berichtet, geht der Konzern davon aus, ab dem 20. Mai weltweit bereits zehn Prozent seiner Belegschaft zu entlassen. Im Laufe des Jahres könnten weitere große Stellenstreichungen folgen. Es zeichnet sich weltweit ein Trend ab. Erst im Februar hat das Fintech-Unternehmen Block fast die Hälfte seiner Belegschaft entlassen. Auf einen Schlag verloren rund 4.000 Menschen ihre Arbeit.

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Begründet hatte es der CEO Jack Dorsey mit immer leistungsfähigeren KI-Tools. „Innerhalb des nächsten Jahres werden die meisten Unternehmen meiner Meinung nach zum selben Schluss kommen und ähnliche strukturelle Veränderungen vornehmen“, hieß es damals in seinem X-Post.

Bei Amazon wurden in den vergangenen Monaten insgesamt 30.000 Mitarbeiter entlassen. Begründet wurde dies auch hier mit Effizienzsteigerungen durch künstliche Intelligenz sowie einer Überarbeitung der Unternehmenskultur. Der Abbau betraf etwa zehn Prozent der Angestellten im Büro- und Verwaltungsbereich.