Der Krieg im Nahen Osten schlägt unmittelbar auf die internationalen Energiemärkte durch. Die Ölpreise sind nach ihrem rasanten Anstieg am Montagabend deutlich gesunken. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mit Interview-Äußerungen Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs mit dem Iran geweckt. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel daraufhin auf 89,20 US-Dollar. Zum Vergleich: In der Nacht zu Montag hatte die Furcht vor Ölknappheit den Preis noch bis auf mehr als 120 Dollar nach oben getrieben. Nun ist Rohöl sogar etwas günstiger zu haben als am Freitag.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Der US-Sender CBS News hatte Trump nach einem Telefoninterview mit den Worten zitiert: „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe.“ Der Krieg verlaufe „weit vor dem Zeitplan“. Die Ölpreise fielen daraufhin deutlich.
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Nach Trump-Aussage sinkt der Ölpreis
An den US-Börsen drehte sich die Stimmung. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte am Ende um 0,50 Prozent auf 47.740,80 Punkte zu. Im frühen Handel war das Börsenbarometer noch auf den tiefsten Stand seit Ende November abgesackt.
Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch mit über 90 Dollar gehandelt worden. Nach Kriegsbeginn vor etwas mehr als einer Woche belief sich der Preisanstieg zwischenzeitlich auf rund 50 Prozent: Ende Februar waren noch um die 70 Dollar pro Barrel üblich. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen.
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Im frühen Handel in Chicago sprang auch die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte. Zeitweise stieg der Preis sogar auf 113 Dollar pro Barrel.
G7-Finanzminister beraten über Freigabe von Ölreserven
Bei einem virtuellen Treffen am Montag wollten die Finanzminister der G-7-Staaten auch über eine Freigabe von Erdöl aus Notreserven beraten. Das verlautete am Morgen aus französischen Regierungskreisen in Paris. Die „Financial Times“ berichtete, die Internationale Energieagentur solle die Aktion koordinieren. Der französische Finanzminister Roland Lescure hatte gesagt: „In einem Konflikt, der derzeit zwar auf eine Region begrenzt ist, aber globale Auswirkungen hat, müssen wir uns selbstverständlich abstimmen.“
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Börsen in Asien brechen nach Ölpreisanstieg ein
Die Börsen in Ostasien brachen angesichts des rasanten Anstiegs der Ölpreise am Morgen ein. In Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte im frühen Handel (Ortszeit) zeitweise um rund 7 Prozent bis unter die Marke von 52.000 Zählern. Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. In Seoul sank der KOSPI zeitweise um rund 8 Prozent auf einen Stand von 5.132 Zählern. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind besonders auf den Import von Öl angewiesen.
Die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und den iranischen Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Durch diese wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert. Sie ist auch sehr wichtig für den Transport von Flüssiggas, etwa aus Katar.
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Erdgaspreise steigen wegen Nahost-Konflikt um bis zu 30 Prozent
Auch der Preis für europäisches Erdgas ist wegen des Kriegs im Nahen Osten weiter stark gestiegen. An der Börse in Amsterdam sprang die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zum Handelsbeginn um rund 30 Prozent auf 69,50 Euro je Megawattstunde (MWh) nach oben. Im frühen Handel ist der Preis wieder ein Stück weit zurückgefallen, auf 61,80 Euro. Das sind immer noch etwa 16 Prozent mehr als am Freitag.
Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor mehr als einer Woche in etwa verdoppelt. Dies ist der stärkste Anstieg seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von vier Jahren.
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Gasspeicher nach Winter niedrig: Europa muss im Sommer nachkaufen
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern befindet sich der Gasmarkt in Europa in einer schwierigen Lage, da die Gasspeicher nach dem Winter einen vergleichsweise niedrigen Füllstand haben. Das bedeutet, dass in diesem Sommer zugekauft werden muss, um die Speicher wieder aufzufüllen.
Dabei konkurrieren die europäischen Versorger mit Käufern in Asien um die begrenzten Liefermengen, falls Lieferungen aus dem Nahen Osten über einen längeren Zeitraum ausbleiben.
„Der Markt erkennt allmählich die Realität anhaltender Lieferengpässe“, sagte Florence Schmit, Analystin bei der Rabobank. Sie geht davon aus, dass die Lieferengpässe etwa drei Monate andauern könnten.
Trump: Geringer Preis für Sicherheit und Frieden
US-Präsident Donald Trump, für den steigende Spritpreise mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst und die Lebenshaltungskosten seiner Wählerschaft zum Problem werden könnten, versuchte, den Fokus auf die langfristige Entwicklung zu lenken: „Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social – und fügte dann in Großbuchstaben hinzu: „NUR IDIOTEN WÜRDEN DAS ANDERS SEHEN!“
Katars Energieminister warnt: Weiterer Anstieg des Ölpreises möglich
Ende vergangener Woche hatte Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview der „Financial Times“ vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Dann wäre nach Worten des Ministers ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar möglich.
Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe
Aufgrund der faktischen Blockade der Meerenge von Hormus gehen den Produzenten am Persischen Golf teils die Lagerkapazitäten aus. Kuwait hat seine Produktion Medienberichten zufolge bereits gedrosselt.
Dax rutscht auf Mehrmonatstief – Spritpreise steigen langsamer
Wegen der Folgen des Iran-Kriegs war der Dax zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Monaten gefallen. Der deutsche Leitindex gab um 2,59 Prozent nach und rutschte unter die Marke von 23.000 Punkten.
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Der Anstieg der Spritpreise hatte sich zuletzt verlangsamt. Zwar verteuerten sich Benzin und Diesel über das Wochenende weiter, die Preiszuwächse waren zuletzt aber nicht mehr so stark wie in der vergangenen Woche, wie Zahlen des ADAC zeigen. So war ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags nur 0,7 Cent teurer als am Samstag. Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich sogar nur um 0,4 Cent. Ein Liter Super E10 kostete demnach im bundesweiten Schnitt 2,043 Euro, ein Liter Diesel 2,177.
Um 8.30 Uhr am Montag lagen die Preise laut ADAC-Daten wieder leicht darunter: Super E10 kostete 1,999 Euro pro Liter, Diesel 2,135 Euro. Am Sonntag hatte der Autofahrerclub Tagesdurchschnittspreise von 1,984 Euro für Super E10 und 2,117 Euro für Diesel ermittelt. Im Februar hatte der Dieselpreis im Monatsschnitt noch bei 1,722 Euro gelegen, der Benzinpreis bei 1,760 Euro.
pau/dpa













