Der weltweit größte Teilchenbeschleuniger Large Hadron Colliders (LHC) am internationalen Forschungszentrum CERN in Genf braucht viel Kühlwasser. Die dabei entstehende Hitze strahlte bislang über Kühltürme ab – nun wird sie erstmals für die Wärmeversorgung von Wohnhäusern und Geschäften benutzt.

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Wie das CERN in der Schweiz mitteilte, fließt die Wärme seit Mitte Januar aus dem Kühlsystem des LHC in ein neues Fernwärmenetz der nahegelegenen französischen Stadt Ferney-Voltaire. Das Projekt ersetze dort fossile Heizsysteme und senke den CO2-Ausstoß messbar, hieß es in der Mitteilung.

LHC am CERN: Kühlwasser versorgt Wohnhäuser mit Wärme

Derzeit speise das Forschungszentrum bis zu fünf Megawatt thermische Leistung ein. Das reicht aus, um mehrere Tausend Haushalte zu beheizen. Technisch wäre laut CERN sogar die doppelte Leistung möglich, wenn der Beschleuniger mit hoher Intensität läuft.

Deconstructed CMS detector of the LHC during the shutdown 2014, The Compact Muon Solenoid CMS is one
Der dekonstruierte CMS-Detektor des LHC während der Abschaltung 2014. Der Compact Muon Solenoid (CMS) ist einer der vier großen Detektoren des Large Hadron Collider (LHC).© IMAGO/dreamstime | Copyright: xDreamstimexKsese7x v

Das Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire, kurz CERN, wurde 1954 von zwölf europäischen Ländern gegründet und umfasst heute ein Netzwerk aus mehreren Beschleunigern, die Teilchen schrittweise auf hohe Energien bringen. Der LHC ist der zentrale Ring mit 27 Kilometern Umfang, 9300 Magneten und Betriebstemperaturen von bis zu minus 271 Grad Celsius. Hier werden Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zum Kollidieren gebracht, um nach deren Kollisionen nach Spuren von neu entstandenen Teilchen zu suchen.

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Simulation von Bedingungen kurz nach Urknall

Ein Durchbruch gelang den Forschern im Jahr 2012: Damals konnte das lange gesuchte Higgs-Boson nachgewiesen werden. Weil es anderen Teilchen ihre Masse verleiht, ist es für das Standardmodell der Teilchenphysik von zentraler Bedeutung. Mit dem Standardmodell beschreiben Physiker subatomare Teilchen und die Kräfte, die sie aufeinander ausüben.

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Im Standardmodell der Teilchenphysik gliedern sie sich in Elementarteilchen wie Quarks, Leptonen (z. B. Elektronen, Neutrinos), Eichbosonen (z. B. Photonen, W/Z-Bosonen) und das Higgs-Boson sowie zusammengesetzte Teilchen wie Protonen, Neutronen oder Mesonen. Im LHC werden Bedingungen wie kurz nach dem Urknall simuliert. Damit sollen die fundamentalen Bausteine des Universums und ihrer Wechselwirkungen erforscht werden.

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