• Die City-Maut hat die Luftqualität in New York erheblich verbessert
  • Außerdem bringt sie Millionen-Einnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs
  • Ist das auch ein Ansatz für deutsche Städte?

Die Einführung der City-Maut in New York Anfang 2025 war von Diskussionen begleitet. Kritiker befürchteten unter anderem verstopfte Straßen in den Außenbezirken und Nachteile für den Einzelhandel. Jetzt, ein Jahr später, hat die Cornell University erste Ergebnisse ihrer angekoppelten Studie veröffentlicht. Das Ergebnis: In der Mautzone sank der durchschnittliche Maximalwert der täglichen Luftverschmutzung deutlich.

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Laut der Analyse der Forschungseinrichtung hat sich die Luftqualität innerhalb der Zone in Manhattan erheblich verbessert. Eine Reduktion der Feinstaubbelastung um 22 Prozent wurde festgestellt – zumindest für die ersten sechs Monate. Das belegt die Studie, die in der Fachzeitschrift „npj Clean Air“ veröffentlicht wurde. Daten für die zweite Jahreshälfte 2025 liegen bislang nicht vor.

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New York: Abnahme notorischer Verkehrsstaus seit Einführung der Gebühr

Seit Januar 2025 verlangt New York City als erste US-Metropole Straßenbenutzungsgebühren. Wer mit dem Pkw in den Innenstadtbereich des Bezirks Manhattan südlich des Central Parks fahren möchte, muss neun Dollar zahlen. Je nach Fahrzeugtyp können auch Gebühren von bis zu 36 Dollar anfallen. Seit Einführung der Gebühr haben die notorischen Verkehrsstaus spürbar abgenommen.

Mayor Mamdani And Governor Hochul Announce Continuation Of Congestion Pricing On Program's First Anniversary
„Traffic Down, Business Up“ („Weniger Verkehr, mehr Geschäft“) steht auf dem Rednerpult vor New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul, die am 5. Januar 2026 bei einer Pressekonferenz erste Ergebnisse und die Fortsetzung des Staugebührenprogramms präsentiert.© picture alliance / Sipa USA | SOPA Images

New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul lobte die Initiative zum Jahrestag auf einer Pressekonferenz als Erfolg. Der Verkehr in der Zone habe sich im Vergleich zum Jahr vor Einführung der City-Maut um elf Prozent reduziert. Damit waren auf Manhattans Straßen insgesamt 27 Millionen Fahrzeugbewegungen weniger zu verzeichnen. Zudem seien 550 Millionen US-Dollar für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs eingenommen worden.

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Keine Verlagerung von Verkehr und Emissionen in nicht regulierte Gebiete

Das System in der sogenannten „Congestion Relief Zone“ (Stauvermeidungszone), das sich über Midtown und Downtown Manhattan erstreckt, arbeitet vollautomatisch mit Kennzeichenerkennung, ganz ohne Schranken oder Stationen. Die Maßnahme dient nicht nur der Stauvermeidung, sondern wird vor allem als Finanzierungsquelle für den öffentlichen Verkehr eingesetzt.

Positive Effekte zeigen sich auch außerhalb der Mautzone: In den Außenbezirken sowie den Vororten verbesserte sich die Luftqualität ebenfalls messbar, entgegen der anfänglichen Befürchtung eines Leakage-Effekts – einer Verlagerung von Verkehr und Emissionen in nicht regulierte Gebiete.

Oliver Gao: „Verbesserung der Luftqualität“

Oliver Gao, Mitautor der Studie und Professor für Ingenieurwesen, betonte, dass die New Yorker City-Maut „nicht nur zur Verbesserung des Verkehrsaufkommens beigetragen hat, sondern auch zur Verringerung der Luftschadstoffkonzentration, zur Verbesserung der Luftqualität und damit zur öffentlichen Gesundheit“.

Zudem zeigt die Studie, dass die anfängliche Sorge vor einem Umsatzrückgang für Geschäfte unbegründet war. Logistikunternehmen haben ihre Abläufe optimiert und liefern Waren zunehmend außerhalb der Stoßzeiten aus.

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Vorbild für Städte wie Berlin, Hamburg oder München?

Die Maut wurde eingeführt, um Autofahrer zu motivieren, das Zentrum zu meiden, und die Stadt von Stau, Luftverschmutzung und Lärm zu entlasten. Der Erfolg basiert auf dem bereits existierenden großflächigen Verkehrsnetz aus U-Bahnen und Bussen, das den Pendlern Alternativen bietet. Dadurch fungiert die Maut weniger als Strafzahlung, sondern vielmehr als ein Steuerungsimpuls.

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Experten wie Oliver Lah vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie betonen, dass das Modell ein „ziemlich starkes Signal“ für die internationale Verkehrspolitik sendet. Auch deutsche Städte wie Berlin, Hamburg oder München könnten von solchen Systemen profitieren – vorausgesetzt, sie sind Teil eines umfassenden Konzeptes. Dazu gehören der Ausbau des Nahverkehrs, bessere Radwege und soziale Fairness durch transparente Reinvestitionen der Einnahmen, wie der „Westdeutsche Rundfunk“ berichtet.

Signalwirkung und rechtliche Herausforderungen

Städte wie Singapur, London, Mailand und Stockholm setzen seit längerer Zeit auf City-Maut-Systeme, um ihre Innenstädte zu entlasten und Einnahmen für Infrastrukturprojekte zu generieren.

In den USA ist das System trotz messbarer Erfolge nach wie vor umstritten. Bereits im Frühjahr 2025 unternahm die US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Versuch, die Genehmigung für eine Maut zu widerrufen. Es hieß, diese sei wirtschaftsschädlich und unsozial.

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Kein Fan des Mautsystems: Im Februar 2025 versuchte US-Präsident Donald Trump, die Genehmigung rückgängig zu machen.© AFP | SAUL LOEB

Die New Yorker Verkehrsbehörde wehrte sich erfolgreich vor Gericht: Bis auf Weiteres wird die Gebühr erhoben. Die Vorteile wie weniger Verkehr, geringere Emissionen und bessere Luftwerte bleiben somit messbar.