Bei der Deutschen Bahn zeichnet sich ein längst überfälliger Umbau ab. Die Zentrale wird weitgehend entmachtet. Entscheidungen werden dort getroffen und verantwortet, wo die Beschäftigten sie auch umsetzen. 

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Wirtschaft in Berlin

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Der Plan der seit zehn Wochen amtierenden Vorstandschefin Evelyn Palla erscheint angesichts vieler verfestigter Strukturen im Bahnkonzern gewagt. Doch sie hat schon auf ihrem alten Posten als Vorständin des Regionalverkehrs bewiesen, dass dezentrale Entscheidungsstrukturen erfolgreicher sein können. Gelingt es ihr, dieses Konzept auf den gesamten Konzern mit seinen gut 220.000 Beschäftigten zu übertragen, wird sie als erfolgreichste Vorstandschefin seit der Bahnreform 1994 in die Unternehmensgeschichte eingehen.

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Der Umbau wird nicht einfach – aber er ist notwendig

Für ihren Kurs erfährt Palla einige Vorschusslorbeeren sowohl von Seiten des Eigentümers Bund als auch von den Gewerkschaften im Haus. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass die Probleme der Bahn deshalb schnell gelöst werden können. Schließlich wird sich an dem von den Kunden empfundenen größten Ärgernis des unzuverlässigen Verkehrs nur wenig ändern. Immerhin verzichtet Palla auf die zu optimistischen Versprechen mancher ihrer Vorgänger. Auch das steht für einen neuen Stil in der Führungsetage. 

Korrespondent Wolfgang Mulke Kommentarfoto
Korrespondent Wolfgang Mulke.© privat | Privat

Einfach wird die nun anstehende Umbauphase sicher nicht. Doch Palla gilt als durchsetzungsstark und konsequent. Die Chancen auf Erfolge sind auch gegeben, weil der Bund nach jahrzehntelangen Versäumnissen hohe finanzielle Zusagen für die Sanierung des Netzes gegeben hat. Die Qualität eines modernen Bahnsystems hängt vom Zustand des Netzes ab. Auf jeden Fall gerät der Koloss Bahn mit Palla in Bewegung. Das ist nach Jahren immer schlechterer Nachrichten aus dem Bahntower allein schon ein Hoffnungsschimmer.