Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel: Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ , die das Verkehrsministerium, die Länder, Kommunen und Verkehrsverbunde gemeinsam in Auftrag gegeben haben.

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Wirtschaft in Berlin

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Zwischen Mai 2023 und Juni 2024 wurden dafür rund 421.000 Personen zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Die repräsentative Untersuchung sei „eine der weltweit größten Erhebungen zur Alltagsmobilität“ und „ein wertvoller Datenschatz“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) bei der Vorstellung der Studie. Sie fasse die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zusammen und bilde eine Grundlage für Wissenschaft, Verkehrspolitik und -planung.

Mobilität in Deutschland: Fuß- und Radverkehr werden beliebter

Die Studie zeigt: In Deutschland werden pro Tag rund drei Milliarden Kilometer zurückgelegt – 2017 waren es noch 3,2 Milliarden. Auch die Zahl der täglichen Wege sank in dem Zeitraum leicht von 257 auf 250 Millionen. Im Schnitt sind die Deutschen täglich 84 Minuten unterwegs.

In Berlin vorgestellt: Die neue Studie „Mobilität in Deutschland 2023“. Für Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (zweiter von rechts) ergibt sich daraus auch ein politischer Auftrag.
In Berlin vorgestellt: Die neue Studie „Mobilität in Deutschland 2023“. Für Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (zweiter von rechts) ergibt sich daraus auch ein politischer Auftrag. © Fabian Sommer/dpa | Fabian Sommer

Zwar nutzen immer noch die meisten Deutschen das Auto für ihre Wege, doch der Anteil sinkt: 2017 lag er noch bei 57 Prozent, 2023 und 2024 waren es nur noch 53 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 2002. Zugleich sind mit rund 50 Millionen zugelassenen Pkw so viele Autos auf der Straße wie nie zuvor. Der Anteil der Elektro- und Hybridautos ist allerdings auf 8 Prozent gestiegen.

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Das bedeutet: Zwar wollen viele nicht auf ihr Auto verzichten, doch sie werden flexibler im Verkehr. Vor allem laufen sie häufiger zu Fuß: 26 Prozent der zurückgelegten Wege entfallen auf Fußgänger. Als mögliche Gründe dafür nennt Studienleiter Robert Follmer vom infas-Institut, dass während der Corona-Pandemie viele Haushalte sich einen Hund zugelegt haben sowie den verbreiteten Trend, Schritte zu zählen. Jeweils elf Prozent der Wege legen die Deutschen auch dank E-Bikes und des Deutschlandtickets mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurück (Bahn, Bus, Straßen- und U-Bahn).

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Welche Verkehrsmittel genutzt werden, hängt allerdings auch von der Länge der Strecke und den örtlichen Gegebenheiten ab. In ländlichen Räumen sind viele Anwohner weiterhin auf das Auto angewiesen, während in Städten der öffentliche Verkehr meistens besser ausgebaut ist. Auch das Einkommen beeinflusst das Mobilitätsverhalten.

Für Bundesverkehrsminister Schnieder ergibt sich daraus der politische Auftrag, „das Beste aus allen Verkehrsvermitteln zu holen“. Die Bundesregierung wolle daher die Führerscheinkosten senken und die Ladeinfrastruktur für E-Autos ausbauen. Denn der Individualverkehr habe eine hohe Bedeutung. Dennoch sei „die Verkehrswende nicht abmoderiert“.

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Ein Ziel der Koalition sei daher, mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen. Zudem brauche es laut Schnieder „attraktive und sichere Wege“ für Radfahrerinnen und Radfahrer. Studienleiter Follmer kommt zu dem Schluss, dass sich Mobilitätsgewohnheiten nur langsam verändern.

Ob die überzeugten Autofahrer auf ihr Fahrzeug verzichten würden, wenn die Bedingungen besser wären? Darauf konnte Studienleiter Follmer keine Antwort geben. Die Befragten seien nicht nach ihren Wünschen gefragt worden. Allerdings verwies er auf den Forschungsstand: Demnach würden viele Menschen den öffentlichen Verkehr häufiger nutzen – wenn er verlässlicher wäre.