Maschinen, Know-how, Statussymbole wie ein Mercedes – als Shenzen noch ein überschaubares Städtchen war, war Deutschland für China mal wichtig. Heute ist die Stadt nicht nur eine Millionenmetropole, sondern auch Beispiel für Chinas Überholmanöver und Prototyp des vollbrachten Wirtschaftswunders in der Volksrepublik.
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Und Deutschland? Na ja. Die Bedeutung der alten Bundesrepublik schwindet. Das zeigt zum Beispiel der Rückgang deutscher Exporte nach China (minus 25 Prozent in fünf Jahren). „Made in Germany“ als Verkaufsargument zieht nicht mehr, der technische Vorsprung des deutschen Mittelstands nimmt ab. Hinzu kommt Deutschlands enorme Kostenbasis. Deutsche Produkte werden zunehmend ersetzbar.

Klingbeil in China: Druckmittel der Volksrepublik endlich entkräften
Ohnehin ist Chinas Handelspolitik längst nicht mehr auf wechselseitigen Austausch ausgelegt. China hat etwa in den Bereichen seltene Erden und Halbleiter Abhängigkeiten geschaffen, die man Deutschland und Europa nun in schöner Regelmäßigkeit unter die Nase reibt. Zuletzt war das chinesische Machtspielchen beim Chiphersteller Nexperia zu beobachten, von dem nahezu die gesamte Produktionsfähigkeit der deutschen Autobauer abhängt.

Dass Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nun in die Volksrepublik reist, um erneut über unsere Art des regelbasierten Handels zu sprechen, wird daran nichts ändern. Deutschland muss gemeinsam mit Europa stattdessen endlich selbst handeln. Das heißt vor allem: Abhängigkeiten erkennen und sie abbauen. Bei seltenen Erden braucht es etwa Rohstoffpartnerschaften und Investitionsabsicherungen mit anderen, verlässlichen Ländern. Nur so wird man Chinas Druckmittel langfristig entkräften können.




