New York, Rio, Tokio – bei der Deutschen Post ist man international unterwegs. Und um den weltweiten Anspruch zu dokumentieren, heißt die Post ja mittlerweile auch DHL Group, die einen Großteil ihrer Umsätze außerhalb Deutschlands erzielt. Da wird die Sendung mit dem Flugzeug transportiert statt mit dem Fahrrad.
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Verbrauchern kann man es da kaum verübeln, wenn bei ihnen der Eindruck entsteht, die Post würde gleichzeitig die Zustellung von Briefen und Paketen im Inland nicht mehr ganz so ernst nehmen. Die Zahl der Beschwerden über die Post bei der zuständigen Bundesnetzagentur ist jedenfalls in diesem Jahr erneut gestiegen. Das ist ein Armutszeugnis für das Unternehmen, vor allem, wenn man bedenkt, dass die meisten Bürger ihren Post-Frust eher für sich behalten dürften. Die Behörde zeigt der Post nun die gelbe Karte und droht mit der roten – einer saftigen Geldstrafe.

Post: Nichts wird besser, dabei ist der Gesetzgeber ja auf den Konzern zugegangen
Aber was brächte der imaginäre Platzverweis? Eigentlich nichts. Vielmehr muss man konstatieren, dass das Inlandsgeschäft für die Post einfach keine Priorität mehr hat. Und die gestiegene Unzufriedenheit? Da ist man bei der Post einfach anderer Meinung: Die Anzahl der Beschwerden im Vergleich zur Sendungsmenge sei ja nicht sonderlich hoch, man liefere eine „sehr gute Qualität“ ab, sagte erst kürzlich DHL-Group-Chef Tobias Meyer. Nichtdestotrotz ist das fortwährende nicht-Abliefern ärgerlich, zumal der Gesetzgeber ja Zustellvorgaben gelockert und sogar mit einer Porto-Erhöhung einverstanden war.

Der große Stresstest im Inland kommt erst noch. Weihnachten steht vor der Tür und die Post hat wie üblich aufgerüstet: Mehr Leute, aber auch um ein Vielfaches höhere Sendungsmengen. Wer sicher gehen will, dass Brief oder Päckchen auch wirklich unter dem Tannenbaum der Lieben liegen, sollte sich sputen.




