Dieser Schritt ist mehr als überfällig: Oliver Blume tritt als Porsche-Chef ab. Mächtigster Autoboss des Landes bleibt der 57-Jährige dennoch – ab jetzt ausschließlich als Chef des Volkswagen-Konzerns. Seit nunmehr drei Jahren hatte Blume beide Unternehmen gemeinsam geführt, eine Übergangslösung, wie er selbst betonte. Aber dieser Übergang währte schon viel zu lange. Blume konnte viele Erfolge mit dem Sportwagenbauer aus Zuffenhausen feiern. Aber er konnte nicht rechtzeitig loslassen.
Zehn Jahre saß Blume bei Porsche am Steuer. Und lenkte den Konzern lange dort, wo er sich im Selbstverständnis ohnehin befindet: mit viel Tempo auf der Überholspur. Zwischen 2015 und 2022 konnte er die operativen Gewinne verdoppeln. Im September 2022 wurde Blume Nachfolger des geschassten Herbert Diess bei Volkswagen, keine vier Wochen später feierte Porsche seinen Börsengang.
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Warnende Stimmen gab es genug. Aktionärsvertreter kritisierten, dass nicht ein CEO zwei Dax-Konzerne führen könne. Daniela Cavallo, die mächtige Betriebsratschefin von VW, sprach mit Blick auf Blume unlängst von einem „Teilzeitvorstandsvorsitzenden“. Mittlerweile ist Porsche aus dem Dax geflogen, der Aktienkurs hat sich halbiert. Auch der Kurs der Volkswagen-Wertpapiere hat seit Blumes Antritt mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt.
Die Probleme, sowohl beim Volkswagen-Konzern als auch beim Sportwagenbauer, sind zu groß, um sie mit geteilter Aufmerksamkeit zu lösen. Mit Michael Leiters als neuem Porsche-Chef übernimmt ein Mann das Ruder, der Porsche kennt, zugleich aber von den Luxusmarken Ferrari und McLaren viel lernen konnte. Es kann ein guter Impuls werden, um Porsche wieder zu beschleunigen.