Die Tropikalisierung des Klimas, also der Wandel hin zu wärmeren, feuchteren und tropischeren Bedingungen in ehemals gemäßigten Zonen, treibt in Italien wortwörtlich bunte Blüten: Besonders der Süden des Landes, einschließlich Sizilien, Kalabrien und Teile Apuliens, erlebt klimatische Veränderungen, die den Anbau ursprünglich tropischer Früchte ermöglichen. In den letzten Jahren haben sich mehrere tropische und subtropische Kulturen in Italien etabliert: die Produktion von Avocados, Mangos, Papayas und Passionsfrüchten floriert. Nun wagt der Großkonzern Chiquita das nächste Projekt und startet auf Sizilien erstmals den Anbau von Bananen in Italien.

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Wirtschaft in Berlin

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Die erste Projektphase beginnt jetzt mit dem Auspflanzen von 20.000 biologischen Bananenstauden, die voraussichtlich ab 2026 erste italienische Bananen in den Handel bringen werden. Bisher waren Bananenstauden in Italien nur als Zierpflanzen bekannt. Die Pflanzung der Setzlinge erfolgt in der Gegend von Marina di Ragusa sowie in den Gebieten zwischen Marsala und Campobello di Mazara im Süden der Insel.

Vertriebsdirektor: „Die Banane als italienisches Produkt ist mehr als nur ein Etikett“

„Für Chiquita ist dieses Projekt eine doppelte Chance“, kommentierte Costabile Romano, Vertriebsdirektor von Chiquita in Italien. Der Konzern, der 20.000 Mitarbeiter in 25 Ländern beschäftigt, vertreibt seine Produkte in rund 70 Ländern, darunter Deutschland. „Zum einen können wir unsere enge Verbindung zu italienischen Verbrauchern stärken, die sehr auf die Herkunft ihrer Produkte achten.“

Chiquita Banane bzw Bananen. Chiquita Brands International Inc. ist eine Fruchthandels Gesellschaft und einer der grösst
Bananen kommen aus Südamerika. Doch bald vielleicht nicht mehr nur, denn Sizilien zieht dank dem Klimawandel nach.© imago/Manfred Segerer | IMAGO stock

Zum anderen fördern wir die lokale Produktion, indem wir sie in einen internationalen Kontext einbetten. Die Banane als ‚italienisches Produkt‘ ist mehr als nur ein Etikett: „Wer sich für dieses Produkt entscheidet, soll sofort den Zusammenhang zwischen einer weltweit vertrauten Marke und italienischer Agrarqualität erkennen“, erklärte Romano.

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Der Erfolg ist noch unsicher: Banane ist eine anspruchsvolle Pflanze

Ob die Bananenplantagen auf Sizilien zu einem Erfolgsmodell werden können, werden die nächsten Jahre zeigen. Die Banane ist eine anspruchsvolle Pflanze: Sie benötigt große Mengen Wasser und stabile Umweltbedingungen. Auf einer Insel wie Sizilien, die bereits mit Wasserknappheit und klimatischen Herausforderungen zu kämpfen hat, wird es entscheidend sein, den Bananenplantagen die richtige Bewässerung garantieren zu können.

Das Projekt, das bereits als „pionierhaft“ bezeichnet wird, muss in der Praxis beweisen, dass es sich mit soliden Zahlen, hoher Qualität, Nachhaltigkeit und konkreten Vorteilen für die landwirtschaftlichen Gemeinschaften der Region etablieren kann. Somit könnte es eine neue Ära für die Landwirtschaft einläuten, die bisher von Plantagen mit Zitrusfrüchten, Olivenhainen und Mandelbäumen geprägt ist.

Selbst im Norden Italiens profitiert die Landwirtschaft inzwischen von höheren Temperaturen

Auch Norditalien profitiert von den höheren Temperaturen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Olivenpflanzungen in der Valtellina-Gegend in den lombardischen Alpen von nahezu null auf etwa 10.000 Bäume auf insgesamt rund 30.000 Quadratmetern Fläche gestiegen. Diese Olivenhaine stehen vor allem an den sonnigsten Hängen dieser für ihre Skipisten bekannten Alpenregion. Bisher galt der Gardasee als höchste Grenze für die Anpflanzung der an mediterranes Klima gewöhnten Olivenhaine. Da es bald einen Olivenmühlenbetrieb in der Valtellina geben wird, müssen die Produzenten ihre Oliven nicht mehr zur Verarbeitung außerhalb der Region bringen.