Es sollte schnell gehen nach dem üppigen Mittagessen, der Topf noch mit in die Spülmaschine, nur war da noch dieser Rest vom Kartoffelbrei und Sie haben ihn fix in die Toilette gekippt? Richtig ist das nicht. Aber: Sie sind damit nicht allein.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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45 Prozent der Deutschen haben auch schon mal Speisereste einfach im Klosett runtergespült. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen, VKU, zum internationalen Tag des Toilettenpapiers. Das Problem: Klärwerkern und den Zuständigen für die Kanalisation macht immer mehr Ärger, was täglich bei ihnen ankommt.

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Toilettenpapier: Was die Deutschen ausgeben – pro Jahr

Ein Tag für Toilettenpapier? Über den Sinn lässt sich streiten. Er soll zurückgehen auf den 26. August 1871, als in den USA die erste Rolle Toilettenpapier verkauft worden ist. Wegzudenken sind die Rollen heute jedenfalls nicht mehr. Laut dem Datenportal Statista wird allein in diesem Jahr jede und jeder Deutsche gut 30 Euro für Toilettenpapier ausgeben und insgesamt fast elf Kilo Klopapier verbrauchen. Einmal genutzt, runtergespült, löst es sich im Wasser auf – kein Problem.

Anders ist das bei dem, was sonst noch im Abwasser mitschwimmt: Küchenrolle, Taschentücher, abgelaufene Medikamente und und und. Rohre verstopfen, Pumpen in Kläranlagen werden lahm gelegt. Die Reparaturen brauchen Zeit, sind kostspielig. Die Klärwerker betreiben zudem einen hohen Aufwand, um das Abwasser von Giften und Arzneiresten zu befreien.

Toilettenpapier: VKU sagt, was im Abwasser die größten Schwierigkeiten macht

Der VKU warnt: „Die Folge sind erhebliche Belastungen für Kanalisation, Kläranlagen und Umwelt – und hohe Kosten für die Allgemeinheit.“ Das Umweltbundesamt geht von Schäden „in Millionenhöhe“ aus. Verbraucherinnen und Verbraucher tragen diese Kosten letztlich über die Abfallgebühren mit.

Pro Tag produziert jede und jeder in Deutschland im Schnitt etwa 126 Liter Abwasser, nicht allein mit der Klospülung, sondern auch beim Waschen, Spülen, Duschen. Es rauscht in die Kanalisation, wird im Klärwerk aufbereitet, in Flüsse und Seen geleitet. Feuchttücher machen da laut VKU die größten Schwierigkeiten. Sie bestehen aus reißfesten Kunstfasern, lösen sich im Wasser nicht schnell genug auf, die Pumpen in den Klärwerken verkraften das nicht gut.

Toilettenpapier: Deutsche spülen auch andere Sachen das Klo runter

Fast 91 Prozent der Deutschen geben auch an zu wissen, dass Hygieneartikel, Medikamente, Speisereste, Zigarettenkippen auf keinen Fall über die Toilette entsorgt werden sollten. Aber: Knapp 21 Prozent sagen, doch schon einmal Feuchttücher ins Klo geworfen zu haben, jüngere häufiger als Ältere, etwa 7 Prozent Tampons, Binden oder Kondome und fast 5 Prozent Zigarettenkippen.

„Die Toilette ist kein Mülleimer“, erklärt der VKU nun – und listet auf, was nicht hineingehört: „Medikamente – Wirkstoffe gelangen in den Wasserkreislauf, da sie in Kläranlagen oft nicht vollständig abgebaut werden. Sie gehören je nach Region in den Restmüll oder zu stationären Schadstoffsammelstellen, teilweise nehmen auch Apotheken alte Medikamente zurück“, so der Verband.

Toilettenpapier: Was man beim Kauf von Klopapier beachten sollte

Auch Chemikalien wie Farben und Lacke belasteten das Wasser und gehörten zu Schadstoffsammelstellen. „Hygieneartikel und feste Stoffe – Feuchttücher, Tampons, Binden, Windeln, Rasierklingen, Wattestäbchen, Katzenstreu oder Kunststoffe verstopfen Rohre und beschädigen Pumpen. Sie müssen in die Restmülltonne, nur Kunststoffverpackungen in die gelbe“, heißt es weiter.

Und weiter: „Speisereste, Fette und Öle – verkleben die Kanalisation, verursachen Gerüche und ziehen Schädlinge wie Ratten an. Sie gehören in die Biotonne. Einige Kommunen verbieten darin allerdings Fleisch- und Fischabfälle, manches landet darum besser im Restmüll.“

Der VKU rät zudem, beim Kauf von Toilettenpapier auf Umweltzeichen wie den Blauen Engel zu achten: „Ungebleichtes, ungefärbtes und unparfümiertes Toilettenpapier ist die umwelt- und gesundheitsfreundlichere Wahl.“