Spricht man die Deutschen auf ihre zusätzliche Altersvorsorge an, erlebt man sie nicht selten frustriert. Das ist etwa bei den Direktversicherungen der Fall, die Teil einer betrieblichen Absicherung sein können. Jahrzehntelang hat man sich die Einzahlungen abgespart, am Ende kommt der Staat und hält nochmal bei Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen die Hand auf. Betroffene mit Altverträgen sind enttäuscht – das sollte nicht so sein. Riester ist ein weiteres Beispiel für Vorsorge, die nicht groß von Nutzen ist: zu teuer, zu wenig renditestark.

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Das Signal, das von solchen Fällen mit Blick auf die zusätzliche finanzielle Absicherung ausgeht, ist schlecht. Wer betrieblich gestützt oder auch privat für das Leben im Alter vorsorgt, sollte sich nicht irgendwann darüber ärgern müssen. Denn angesichts der Lage der gesetzlichen Rentenversicherung, die für Steuerzahler teuer und für Rentenbezieher oft nicht auskömmlich ist, wird die eigenständige Altersvorsorge immer wichtiger. Das heißt: Privat Geld anlegen und dann im Alter von den Erträgen leben: Ja, bitte! Ein Staat der Hürden einbaut und zu viel vom Kuchen abhaben möchte: Nein, danke!

Altersvorsorge: Andere Länder planen große Würfe – Deutschland nicht

Andere Länder haben sich längst von dem Gedanken gelöst, dass die staatliche Rente Hauptbaustein für Alterseinkünfte sein muss. Polen zum Beispiel hat erst kürzlich umfangreiche Pläne für ein Altersvorsorgedepot vorgestellt, bei dem bis zu einer bestimmten Grenze keine Kapitalertragssteuer anfällt und danach nur eine geringe Vermögenssteuer fällig wird.

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Dominik Bath ist Redakteur für Politik & Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Deutschland hingegen versucht sich im Klein-Klein. Ein gefördertes Depot für Kinder ist ein guter Anfang, aber kein großer Wurf. Riester und Rürup stehen natürlich erneut auf der To-do-Liste. Ob es Union und SPD gelingt, die zusätzliche Altersvorsorge wieder attraktiv zu machen – auch daran wird sich diese Regierung messen lassen müssen. Bislang sind Zweifel angebracht.