Wer Reformen im Gesundheitswesen plant, hat gute Chancen, es sich mit irgendeiner Seite zu verscherzen. Auch bei notwendigen strukturellen Änderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung, die sich in arger finanzieller Schieflage befindet, wird das so sein. Ändert sich was, wird‘s Ärzte ärgern – oder eben Patienten oder Krankenversicherungen. Politik muss das aushalten und Einschnitte gut begründen.

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Bei der GKV brennt es allerdings so sehr, dass Eile geboten wäre. Dabei sollten sich Union und SPD auch an Versprechungen aus dem eigenen Koalitionsvertrag erinnern. Dort steht, dass die Beiträge der Versicherten stabilisiert werden sollen. Heißt: Teurer werden darf es eigentlich nicht. Doch das bislang Geplante, mit Darlehen die gesetzliche Krankenversicherung zu unterstützen, wird nicht ausreichend sein. Gut wäre, wenn das auch bei den Haushaltspolitikern ankommt: Zunächst mal braucht es mehr Geld, dann die richtigen Reformen!

Krankenversicherung: Flickschusterei hilft nicht mehr weiter

Um die gesetzliche Krankenversicherung wieder aus der Intensiv- in die Überwachungsstation zu bringen, werden ohnehin ganz andere Ideen nötig sein. Und da muss man ganz klar sagen: So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben. Die Ausgaben sind derart aus dem Ruder gelaufen, dass im Grunde überall angepackt werden muss. Flickschusterei hilft da nicht mehr.

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Dominik Bath ist Redakteur für Politik & Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Ehrlich wäre es, auch den Versicherten klar zu sagen, dass sie sich auf Härten einstellen müssen. Das können höhere Zuzahlungen für Medikamente sein, aber auch eine neue Praxisgebühr, um Arzt-Patienten-Kontakte möglicherweise besser zu steuern, oder eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Und wenn irgendwann die Beiträge zur GKV auch mal wieder sinken, wäre das schön.