Für viele Familien ist das Kindergeld eine wichtige Unterstützung im Alltag – es fließt in Kleidung, Essen, Hobbys oder Klassenfahrten. Doch wer es sich leisten kann, den monatlichen Betrag nicht auszugeben, sondern langfristig anzulegen, könnte seinem Nachwuchs eine erstaunliche Starthilfe ins Erwachsenenleben geben – zumindest theoretisch. Eine aktuelle Berechnung des Vergleichsportals Verivox zeigt: Stecken Eltern die staatliche Unterstützung konsequent in einen breit gestreuten Aktienfonds, können sie so den Grundstein für ein Millionenvermögen legen.

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Wirtschaft in Berlin
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Derzeit erhalten Eltern pro Kind 255 Euro Kindergeld im Monat. Wird dieser Betrag über die gesamte Bezugsdauer in einen ETF-Sparplan eingezahlt, befinden sich nach 18 Jahren etwa 68.500 Euro im Depot. Durch Rendite und den Zinseszinseffekt steigt der Depotwert am Ende der Einzahlphase bereits auf etwa 135.000 Euro. In dieser Modellrechnung berücksichtigt Verivox, dass das Kindergeld – wie im Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre – jährlich um 2,5 Prozent steigt. Entsprechend würden auch die monatlichen Einzahlungen steigen.
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Kindergeld investieren: Mit 46 Jahren erreicht es die Millionen
Für ein Vermögen in Millionenhöhe müsse das Kind im Erwachsenenalter nichts weiter tun, als das angesparte Kapital unangetastet zu lassen. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Jahresrendite von 7,5 Prozent wäre die Millionengrenze der Berechnung zufolge bereits im Alter von 46 Jahren erreicht. Bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren könnte der Gesamtwert auf rund 4,6 Millionen Euro steigen. Selbst nach Abzug von Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag blieben beim Verkauf noch etwa 3,8 Millionen Euro übrig. Laut Verivox gilt eine Jahresrendite von 7,5 Prozent auf lange Sicht als realistisch. Diese Zahl basiere auf der historischen Durchschnittsrendite des Welt-Aktienindex MSCI World, abzüglich üblicher Fondskosten von 0,2 Prozent, die an den Anbieter des ETFs gezahlt werden.

„Seine maximale Wirkung entfaltet der Zinseszinseffekt bei besonders langen Anlagezeiträumen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Wenn Eltern frühzeitig mit dem Sparen beginnen und in breit gestreute ETFs investieren, schaffen sie für ihre Kinder eine solide finanzielle Basis, aus der über die Jahrzehnte ein beachtliches Vermögen erwachsen kann.“
Langfristig Geld anlegen: „Man kann nie früh genug anfangen“
Auch Norbert Kuhn, Leiter Think Tank im Deutschen Aktieninstitut, betont die Chancen langfristiger Aktienanlagen: „Wer langfristig und gut gestreut in Aktien anlegt, kann mit etwa 6 bis 9 Prozent Ertrag pro Jahr rechnen.“ Aktienfonds und Aktien-ETFs machten solche Anlagen heute bereits ab 25 Euro im Monat möglich. „Weil sich für die Altersvorsorge jedes Jahr Laufzeit bemerkbar macht, kann man nie früh genug anfangen“, so Kuhn. So zeigten die Renditedreiecke des Deutschen Aktieninstituts, dass Anleger mit einer Spardauer von mindestens 20 Jahren im historischen Durchschnitt Erträge von über 8 Prozent pro Jahr erzielen konnten.
Natürlich sind solche Berechnungen keine Garantie. Aktienmärkte schwanken, zwischenzeitlich kann es zu teils heftigen Kurseinbrüchen kommen. Doch könne der lange Anlagezeitraum diese Risiken abmildern: „Zwischenzeitliche Crashs, die an der Börse immer wieder vorkommen, kann der Sprössling einfach aussitzen“, sagt Maier. Die historische Erfahrung zeige, dass sich die Märkte nach Rücksetzern stets erholt und später neue Höchststände erreicht hätten.
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Doch nicht alle Familien können das gesamte Kindergeld investieren – oft wird es im Alltag dringend benötigt. Dennoch können selbst kleinere Beträge laut Berechnung über Jahrzehnte stark wachsen. So führe eine monatliche Sparrate von 100 Euro über 18 Jahre bei derselben Rendite bis zum Rentenalter zu einem Depotvermögen von rund 1,8 Millionen Euro. Wer das Kindergeld also diszipliniert über viele Jahre investiere, könne selbst aus vergleichsweise kleinen Beträgen ein beachtliches Vermögen aufbauen.





