Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin jagt von Rekord zu Rekord – zuletzt war ein Bitcoin mehr wert als 120.000 US-Dollar. Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich nun, ob sie den Einstieg verpasst haben oder ob es sich noch lohnt. Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen: Für sie bleibt Bitcoin vor allem Spekulation – und für die Altersvorsorge gänzlich ungeeignet.
Frau Klug, Bitcoin erlebte zuletzt einen wahren Höhenflug, erreichte bei mehr als 120.000 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Sind Sie investiert?
Sandra Klug: Nein.
Angesichts der Kursentwicklung von Bitcoin. Bereuen Sie es, vor fünf Jahren nicht eingestiegen zu sein?
Klug: Auch nicht. Bitcoin ist einfach Zockerei und die Kurse können genauso schnell auch wieder runtergehen. Natürlich wäre ich gerne reich, bin aber nicht traurig darüber, diesen Trend verpasst zu haben.
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Warum eignen sich Kryptowährungen nicht für die Altersvorsorge?
Klug: Kryptowährungen sind definitiv kein Altersvorsorgeprodukt. Der Kurs kann sehr stark schwanken. Es gibt keine Garantie, dass diese Währungen in Zukunft Gewinn abwerfen oder überhaupt noch existieren. Wenn Spielgeld übrig ist, kann jeder gern investieren. Das ist ein bisschen wie Spielbank, das Geld kann sich vermehren, aber dann auch schnell wieder weg sein.
Was empfehlen Sie risikoaversen Anlegern, die sich an das Thema herantasten wollen?
Klug: Wichtig ist, sich über das Thema Blockchain und dezentrale Währungen zu informieren. Ist das Wissen vorhanden, ist die Gefahr geringer, Betrügereien im Umfeld von Kryptowährungen aufzusitzen.
Clever vorsorgen mit Frau Klug
Ist die Rente noch sicher? Was können Versicherte selbst privat tun, um im Alter auch finanziell sorgenfrei leben zu können? Sandra Klug ist Altersvorsorge- und Rentenexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Bei uns beantwortet sie regelmäßig Fragen zu den Themen private Vorsorge und Rente.
Was ist eine gängige Bitcoin-Betrugsmasche?
Klug: Die überwiegende Anzahl der Betroffenen schildert, dass sie Geld zum Erwerb von Kryptoanlagen an einen Anbieter überwiesen haben. Oft gab es telefonischen Kontakt zu den Beraterinnen und Beratern. Diese gaukeln hohe Gewinne vor, damit Anlegerinnen und Anleger noch mehr Geld überweisen. Die angeblichen Beraterinnen und Berater sind danach nicht mehr erreichbar. Vermeintliche Guthaben zahlen sie nicht aus.
Halten Sie selbst eine Beimischung zu einem ETF-Depot für eine schlechte Idee?
Klug: Wir halten Kryptoanlagen für sehr spekulativ und riskant. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher über eine Investition in Kryptoanlagen nachdenken, sollten sie das nicht mit Geld machen, das sie für die Altersvorsorge benötigten. Es ist aber alles andere als ein Selbstgänger.
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In den USA gibt es bereits Bitcoin-ETF. Hierzulande sind Sie nicht handelbar. Warum?
Klug: Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Europa sind anders. Es ist nicht erlaubt, Indexfonds mit nur einem Bestandteil aufzulegen.
Wie sollte man die eigene Altersvorsorge aufstellen – ohne Bitcoin?
Klug: Der beste und einfachste Tipp sind ETF-Sparpläne. Damit sollte man möglichst frühzeitig und auch gerne schon mit kleineren Beträgen jeden Monat anfangen. Darüber hinaus sollte ein Liquiditätspuffer vorhanden sein. Wichtig ist, sich unabhängig und neutral beraten zu lassen, zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen. Bei uns in Hamburg kostet eine ausführliche Beratung 180 Euro und dauert anderthalb Stunden. Dann hat man einen persönlichen Fahrplan.




