Ob bei der Flutkatastrophe im Ahrtal vor vier Jahren, dem Hochwasser in Süddeutschland im vergangenen Jahr, ob bei Bränden, Unfällen oder Räumungsarbeiten – für ehrenamtliche Helfer gibt es in solchen Lagen keinen Feierabend, kein Wochenende. Sie diskutieren nicht, sie packen an. Schätzungen zufolge arbeiten 90 Prozent der im Katastrophenschutz tätigen Einsatzkräfte ehrenamtlich. Sie geben viel für den Dienst an der Bevölkerung, Zeit, Schweiß – und mitunter ihre Gesundheit. Ihren Einsatz kann man gar nicht hoch genug anrechnen, sie sind das Rückgrat der Gesellschaft.

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Umso bitterer ist es, dass eine Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit mitunter an den Wohnort gekoppelt ist. Noch immer sind ehrenamtliche Helfer im Sanitätsdienst in manchen Bundesländern den Ehrenamtlern von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk nicht gleichgestellt.

Ehrenamtliche Helfer: Sie sparen Ländern und Kommunen Geld – und werden nicht wertgeschätzt

Rücken sie in den Einsatz aus, müssen sie mitunter nachträglich Urlaub für ihren Dienst einreichen, während die anderen Helfer bei Lohnausgleich freigestellt werden. Was für eine bittere Botschaft an diejenigen, die den Ländern und Kommunen viel Geld sparen, indem sie sich freiwillig engagieren.

Tobias Kisling / Funke Mediengruppe
Tobias Kisling, Wirtschaftskorrespondent© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Das Ehrenamt hat an vielen Stellen mit Gegenwind zu kämpfen. Die Nachwuchsgewinnung ist schwierig, immer weniger Menschen wollen sich zudem in ihrer Freizeit mit zunehmenden bürokratischen Anforderungen herumplagen. Vorstandsämter bleiben daher mitunter unbesetzt oder müssen in Doppelarbeit geleistet werden. Umso wichtiger ist es, die Ehrenamtler nicht zu vergraulen, die sich bereits engagieren. Für den Katastrophenschutz heißt das: Die bundesweite Gleichstellung der Helfer ist überfällig.