Ein schneller Kaffee in der Sonne, ein kurzes Schwätzchen mit Freundinnen und Freunden – und dann weiterziehen? So scheinen sich immer mehr Gastronominnen und Gastronomen in Spanien den idealen Gast vorzustellen. Denn in zahlreichen Bars und Cafés hängen inzwischen Hinweisschilder, die den Aufenthalt zeitlich begrenzen: etwa 20 Minuten für einen Kaffee, 40 Minuten für ein Sandwich. Wer länger sitzen bleibt, soll mehr zahlen.

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Wirtschaft in Berlin
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„Aufenthaltsdauer je nach Verzehr“, heißt es auf den Hinweisschildern, die vielerorts auf den Tischen kleben. Einige Bars und Cafés staffeln dabei auch die Preise. Ein Beispiel aus einem Café in Barcelona: Dort kostet ein Milchkaffee zunächst 1,60 Euro. Wer jedoch länger als eine halbe Stunde bleibt, zahlt 2,50 Euro. Nach einer Stunde werden 4 Euro fällig. Die Maßnahme solle laut Betreiber in erster Linie ein Denkanstoß sein – durchgesetzt werde sie nur, wenn der Andrang groß sei und Gäste über Stunden einen Tisch blockieren.
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Spanien: Wer länger sitzt, muss mehr zahlen
Auch auf den beliebten Außenterrassen gelten neue Regeln: Während der Hauptessenszeiten dürfen dort vielerorts nur noch Gäste mit vollständigem Menü sitzen. Wer bloß etwas trinken will, wird gebeten, drinnen Platz zu nehmen – oder eben weiterzuziehen.

Gleichzeitig greifen mittlerweile einige spanische Cafés zu Regeln für Gäste, die mit ihrem Laptop kommen und den Gastraum als Arbeitsplatz nutzen wollen. Einige Lokale haben das Arbeiten mit Laptop inzwischen ganz untersagt, andere erlauben es nur in bestimmten Bereichen oder bieten kostenpflichtige Tarife für die Arbeitszeit an. Dahinter steckt ein wirtschaftliches Kalkül: In der Ferienzeit, wenn die Tische knapp und die Touristen zahlreich sind, wollen viele Wirte verhindern, dass Gäste Plätze über Stunden belegen und dabei kaum etwas bestellen.

Preis nach Aufenthaltsdauer: Auch in Deutschland denkbar?
Wäre ein solches Modell auch hierzulande denkbar? „Eine Staffelung der Preise für Kaffee und andere Produkte nach Verweildauer ist aus deutscher Sicht nicht üblich“, sagt Mark Baumeister, Referatsleiter Gastgewerbe bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Wir finden dieses Vorhaben befremdlich. Es könnte eher abschreckend wirken.“
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Zwar würden auch deutsche Gastronominnen und Gastronomen zuweilen beobachten, dass Gäste mit nur einem Getränk lange Plätze blockieren, räumt Baumeister ein. Doch derartige Maßnahmen wie in Spanien seien in Deutschland kein Thema. „Außerhalb touristischer Angebote ist so ein Vorhaben undenkbar“, sagt Baumeister. Selbst dort könne dies allenfalls an einem „place to be“ stattfinden, also einem Ort, an dem Gäste beispielsweise unbedingt ein Selfie machen wollen. Aber das sei aktuell auch kein Thema: „Wir sehen diese Diskussion und diesen Trend nicht“, sagt Baumeister.
„Preise, die sich an der Verweildauer der Gäste orientieren, sind uns nicht bekannt“, bestätigt auch Jürgen Benad. Er ist Rechtsanwalt und Geschäftsführer im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). „Mit Blick auf die in Deutschland geltende Preisangabenverordnung würden wir eine solche Preisgestaltung kritisch sehen“, sagt Benad. Dass Regelungen zur Steuerung der Aufenthaltsdauer wie in Spanien auch in Deutschland eingeführt werden, erscheint derzeit also eher unwahrscheinlich.





