Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche treibt mit ihrer Forderung nach einer längeren Arbeitszeit einen weiteren Keil in die Gesellschaft. Ihre Botschaft: die Deutschen könnten das letzte Drittel ihrer Lebenszeit auf Kosten anderer auf der faulen Haut liegen. Die anderen, das sind Unternehmen und junge Arbeitnehmer, die das ganze bezahlen müssen. Als Beleg führt die CDU-Politikerin die jährlichen Arbeitszeiten der US-Amerikaner an, die weitaus länger im Betrieb sein müssen.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Vermengung der Rentendebatte mit der der Wettbewerbsfähigkeit ist nicht angemessen. Sicher muss es bald für ein dauerhaft finanziell stabiles Rentensystem Veränderungen geben. Dazu kann zum Beispiel auch eine Anpassung der Altersgrenze an die Lebenserwartung gehören. Aber Vorschläge für eine große Rentenreform soll ja eine Expertenkommission im kommenden Jahr erarbeiten. Die Diskussion jetzt schon zuzuspitzen, ist einer Lösung der Probleme nicht dienlich.
- Richtig in Gold investieren: ETF, ETC oder Münzen und Barren?
- Unter Trump: So sicher ist das deutsche Gold in den USA noch
- Faule Deutsche? Experten sagen, ob wir wirklich zu wenig arbeiten
- Gold kaufen: Profis geben wichtige Tipps für Anfänger
- Job & Gehalt: Experte verrät, was bei Gehaltsverhandlungen wirklich zieht
- Wohnen und Mieten: Reich werden mit Airbnb – Zwei Brüder verraten, wie es geht
Reiche-Vorstoß: Bei der Wettbewerbsfähigkeit reicht es nicht, einfach länger zu arbeiten
Die Wettbewerbsfähigkeit hingegen hängt durchaus auch von einer ausreichenden Verfügbarkeit von Arbeitskräften ab. Das ist eine der Voraussetzung für den Erhalt des Wohlstands. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nicht nur die Betriebe, sondern auch die Erwerbstätigen Rahmenbedingungen benötigen, die ein produktives und längeres Arbeiten ermöglichen.
Da ist zum Beispiel die hohe Teilzeitquote in Deutschland zu nennen. Sie resultiert ja nicht nur aus dem Wunsch junger Leute, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Vielmehr fehlt es an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Daher können viele Eltern, vor allem Frauen, nicht mehr arbeiten, selbst wenn sie es wollten.

Alls das lässt die Ministerin außen vor. Der Ärger darüber, auch in der eigenen Partei, ist mehr als verständlich.




