Ja, Fliegen war zeitweise mal eine günstige Angelegenheit. Aber mittlerweile verdienen einst als Billigflieger verspottete Anbieter wie Ryanair oder Easyjet diesen Titel längst nicht mehr. Fliegen für neun Euro pro Strecke – diese Zeiten sind längst vorbei. Und das ist auch in Ordnung, weil derartige Lockangebot eher Marketing-Gag als nachhaltiges Unternehmertum waren. Billigangebote, die den Wettbewerb verzerren – ohnehin hat die Branche hierzulande längst andere Probleme.

Wegen der hohen und seit 2019 massiv gestiegenen staatlichen Abgabenlast hat sich die Anzahl der Flüge und das Sitzplatzangebot von Deutschland aus deutlich verringert. Für eine Exportnation wie die Bundesrepublik, die eigentlich auf den Austausch mit der Welt angewiesen ist, ist das ein Armutszeugnis. Airlines hatten im vergangenen Jahr hier stationierte Flugzeuge deutlich zusammengestrichen. Der Grund: Deutschland ist zu teuer. Wer die Wahl hatte, verlegte Teile der eigenen Flotte lieber dorthin, wo es günstiger ist und ein höherer Gewinn übrig bleibt.
Fliegen: Es muss darum gehen, annährend gleiche Voraussetzungen zu schaffen
Dass die Bundesregierung nun die Abgabenspirale stoppen und die Luftverkehrssteuer senken will, ist eine gute Nachricht und folgerichtig. Zunächst mal muss es jetzt darum gehen, wieder annährend gleiche Wettbewerbsbedingungen mit anderen europäischen Ländern herzustellen. Fraglos reicht es da nicht, nur diese eine Abgabe etwas zu senken.

Aber nach Jahren einer eher ablehnenden politischen Haltung gegenüber dem Flugverkehr sendet dieser Schritt auch ein Signal aus: In Deutschland ist die Luftfahrt wieder willkommen. Das ist wichtig – für die Volkswirtschaft und die Verbraucher.



