Die harte und schwierige Tarifauseinandersetzung bei Volkswagen Ende des vergangenen Jahres hat ihr erstes prominentes Opfer gefordert. Personal-Vorstand Gunnar Kilian muss gehen und zwar sofort. Das verkündete der VW-Konzern am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates. „Grund dafür sind unterschiedliche Vorstellungen bei der Steuerung von Beteiligungsgesellschaften“, heißt es in der Mitteilung. Das Personal-Ressort übernimmt kommissarisch VW-Markenchef Thomas Schäfer.

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Das ist ein echter Hammer, war Kilian doch mit einer kurzen Unterbrechung seit mehr als 20 Jahre für VW tätig und einer der mächtigsten Menschen im Konzern. Der Manager, 50 Jahre alt, in der Region groß geworden, ehemaliger Zeitungsredakteur und beim Autobauer lange in der Öffentlichkeitsarbeit tätig, galt als bestens vernetzt und teils omnipräsent im Konzern. Seit sieben Jahren war er für den Geschäftsbereich Personal verantwortlich. Trotzdem beschloss der VW-Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Freitag sein Aus.
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Wie es dazu kam? Dazu gibt es verschiedene Lesarten. Doch einiges scheint sicher: Kilian, der ansonsten oft die guten Nachrichten im VW-Konzern verkündete, geriet in der schmerzhaften Tarifauseinandersetzung Ende des vergangenen Jahres zwischen die Fronten. Vonseiten der Gewerkschaft und des Betriebsrates, für den er selbst lange als Pressesprecher tätig war, wurde er als Personal-Vorstand für den harten VW-Sparkurs verantwortlich gemacht. Auf der anderen Seite standen einige Kollegen aus dem VW-Vorstand, vor allem Finanzvorstand Arno Antlitz, denen die Sparbemühungen nicht weit genug gingen und die Kilian für einen Bremser hielten. In diesem Interessen-Konflikt soll sich Kilian in den vergangenen Monaten aufgerieben haben. Insider beschreiben unserer Zeitung, dass der Manager zuletzt müde wirkte, gleichzeitig schien seine Geschichte bei Volkswagen auserzählt.
Entscheidender war aber wohl, dass Kilian einen entscheidenden Rückhalt verlor. Mit dem Konzern-Betriebsrat soll zuletzt keine verlässliche Zusammenarbeit mehr möglich gewesen sein. Seit Daniela Cavallo an der Spitze dort auf Bernd Osterloh folgte, soll sich das Verhältnis immer mehr abgekühlt haben. Im Extrablatt des Betriebsrates, das fast zeitgleich mit der Verkündung zum Kilian-Aus herausgab, heißt es: „Ausschlaggebend für Kilians Fortgang ist ein Bündel an Gründen. Dazu zählen grundsätzliche Differenzen bei zentralen Themen des Konzerns. Ausschlaggebend für die Arbeitnehmerseite ist jedoch vor allem die generelle Überzeugung, dass Kilian der Rückhalt für eine nahende Vertragsverlängerung fehlt.“
Schäfer und Meiswinkel übernehmen
Kilians Vertrag als Personal-Vorstand wäre eigentlich noch bis Ende 2026 gelaufen. In wenigen Monaten hätte die Entscheidung anstehen können, ob das Kontrollgremium ihn mit einem weiteren Fünfjahresvertrag ausstattet. Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Markenchef Schäfer übernimmt seine Aufgaben auf Konzernebene. „Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen Pkw, rückt in diesem Zuge zusätzlich in die erweiterte Konzernleitung auf – und zwar mit der Zuständigkeit für die Funktion Personal“, schreibt der Betriebsrat in seinem Extrablatt.





