Wer eine Kreditkarte benutzt, findet darauf oft den Namen der Hausbank und das Logo des Kartenunternehmens, Visa zum Beispiel. Um die Zahlungen vom eigenen Konto abzuwickeln, sind jedoch noch weitere Firmen beteiligt. Auf diesem Weg kann es zu gesetzwidrigen Machenschaften kommen, wie jetzt eine Medienrecherche über den Zahlungsdienstleister Payone zutage förderte.

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Wirtschaft in Berlin
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„Fast jeder Deutsche dürfte beim Shoppen schon einmal mit Payone in Berührung gekommen sein“, schreibt der „Spiegel“, der dem Thema zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern auf den Grund ging. Das Geschäftsmodell der Payone GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main besteht unter anderem darin, Online-Shops im Internet mittels Software zu ermöglichen, die Zahlungen der Kunden einzuziehen, die dort etwas bestellen.
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Payone als Sparkassen-Dienstleiser: Deswegen ist er umstritten
Dem Bericht zufolge kooperieren zum Beispiel Galeria (Karstadt-Kaufhof) und Rewe mit Payone. Die Commerzbank habe eine Überprüfung der Firma durchgeführt. Einige Sparkassen nutzten die Dienste von Payone, heißt es beim Deutschen Sparkassenverlag (DSV), einer Tochter der Sparkassen und Landesbanken. Der DSV ist mit 40 Prozent an der Payone GmbH beteiligt. Die Mehrheit gehört dem französischen Unternehmen Worldline.
Die Recherchen ergaben, dass Payone beispielsweise auch Zahlungen für Dating- und Porno-Firmen abgewickelt habe, die ihre Kunden abgezockt hätten. Es sei etwa zu falschen Abbuchungen gekommen, die die betreffenden Firmen dann mittels Inkasso eingetrieben hätten. Teilweise soll Payone dieselben Firmen unter Vertrag genommen haben wie der zusammengebrochene Wirecard-Konzern, bei dem der in Russland untergetauchte und steckbrieflich gesuchte Ex-Manager Jan Marsalek arbeitete.
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Die BaFin stellt „Mängel in der Geldwäscheprävention“ fest
Ein entscheidender Punkt: Anscheinend prüfte Payone Firmenkunden nicht ausreichend im Hinblick auf ihre Seriosität. Das hatte bereits vor Jahren Konsequenzen. „In Deutschland hat die Finanzaufsichtsbehörde (BaFin) im Jahr 2023 im Zusammenhang mit aufsichtsrechtlichen Prüfungen der Payone GmbH untersagt, bestimmte Hochrisiko-Transaktionen im Auftrag bestimmter Online-Händler durchzuführen“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage dieser Zeitung. Die damalige Untersuchung durch die BaFin scheint aber nicht richtig gefruchtet zu haben. Denn im Januar 2025 teilte die Bundesbehörde mit, Payone einen Sonderbeauftragten zur Überwachung ins Haus geschickt zu haben. Diese Maßnahme soll auch dazu dienen, „Mängel in der Geldwäscheprävention zu beseitigen“.
„Die DSV-Gruppe als Gesellschafter unterstützt die Payone GmbH aktiv bei der Umsetzung und Überwachung dieser Sanierungsmaßnahmen“, schreibt die Sparkassen-Tochter aus Stuttgart. In gleichlautenden Formulierungen betonen DSV und Payone: „Die Veränderungen sind darauf ausgelegt, zukünftige Transaktionen von Kunden mit ähnlichen Kundenprofilen zu verhindern, die erhöhte Compliance-Risiken darstellen könnten.“ Das soll wohl heißen: Man will jetzt wirklich sicherstellen, dass gutgläubige Kunden nicht in die Hände von Raubrittern fallen, die Zahlungen mit Sparkassen-Karten dazu benutzen, ungerechtfertigte Extraprovisionen zu erwirtschaften.





