Ein elektrischer Zug, der ohne externe Energiezufuhr auskommt? Was visionär klingt, wurde nun Realität: Die australische Bergbaufirma Fortescue hat ihren sogenannten „Infinity Train“ erfolgreich auf einer 1.100 Kilometer langen Strecke getestet – ohne dabei fossile Brennstoffe zu nutzen, wie das Magazin „t3n“ berichtet.

Infinity Train: Ein Meilenstein für grüne Mobilität

Der Zug nutzt ein physikalisches Prinzip, das bereits beim weltweit größten Elektrofahrzeug, dem Lynx-E-Muldenkipper im Berner Jura, angewandt wird: Die Bremsenergie beim Bergabfahren wird in elektrische Energie umgewandelt. So lädt sich der Zug selbst auf, während er mit bis zu 65 Tonnen Gestein talwärts fährt. Der dabei gewonnene Strom reicht laut Fortescue aus, um die Rückfahrt zur Mine ohne externe Nachladung zu bewältigen.

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Der Infinity Train absolvierte seine Jungfernfahrt im Frühjahr: „Im Rahmen der Fahrt seien keinerlei fossile Energien zum Einsatz gekommen“, erklärte Ellie Coates, Chefin von Fortescue Zero, auf LinkedIn. Im Laufe des Jahres soll der Unendlichkeitszug unter realen Bedingungen in der Pilbara-Region weiter erprobt werden – dort betreibt Fortescue zwei wichtige Eisenerzminen.

Bis 2030: Dieselzüge sollen komplett ersetzt werden

Der Zug benötigt keine externe Ladeinfrastruktur oder zusätzliche erneuerbare Energiequellen. Fortescue spricht von einem nahezu autarken System. Die überschüssige Energie, die beim Bremsen erzeugt wird, könnte laut Unternehmen sogar für andere Bereiche nutzbar gemacht werden, berichtet das Magazin „t3n“.

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Aktuell setzt Fortescue noch 54 Diesellokomotiven im Erzabbau ein. Diese sollen schrittweise durch Infinity Trains ersetzt werden – bis spätestens 2030. Der vollständige Umstieg auf das elektrische System würde nicht nur rund 82 Millionen Liter Diesel und etwa 235.000 Tonnen CO₂ jährlich einsparen, sondern auch wirtschaftlich deutliche Vorteile bringen: Laut Unternehmensangaben könnte so eine Kostenreduktion von bis zu 80 Millionen US-Dollar pro Jahr erzielt werden.