Das Deutschlandticket hat dafür gesorgt, dass man den Nahverkehr in der Bundesrepublik endlich nicht mehr erklären muss: Schluss mit unterschiedlichen Tarifgebieten und Tarifsystemen – ein Ticket für Bus und Bahn gültig im Regionalverkehr. Oh, Du schöne neue ÖPNV-Welt!

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Klar, aus Verbrauchersicht, ist günstiger immer besser. Von 9 Euro im Monat während der Corona-Zeit ging es auf 29, dann auf 49 und seit Anfang des Jahres werden sogar 58 Euro fällig. Dafür bleibt einem aber auch der Tarifdschungel erspart. Und: Vorherige Monatsabos waren in den jeweiligen Verkehrsverbünden um ein Vielfaches teurer. Womit wir bei der Finanzierung wären.

Deutschlandticket: Politik hat eine wichtige Sache bislang versäumt

Das Deutschlandticket hat eben auch für massive Einnahmeausfälle bei den Verkehrsunternehmen gesorgt. Wie immer stellt sich die Frage: Wer zahlt das? Vor der nächsten Verhandlungsrunde beim neuen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) heben erste Länder bereits jetzt die Hände. Tenor: Wir nicht! Ein unnötiges taktisches Manöver, das Verbraucherinnen und Verbraucher erneut verunsichert, aber genauestens das zum Vorschein bringt, was die Politik bislang beim Deutschlandticket versäumt hat: die langfristige Finanzierung sicherzustellen.

Dominik Bath Kommentarfoto
Dominik Bath ist Redakteur für Politik & Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Besser wäre – und auch dafür liegen Vorschläge auf dem Tisch – , wenn man das ja schon fast traditionsreich gewordenen Schauspiel rund um die Zukunftsfrage des Deutschlandtickets künftig lässt. Denn klar ist auch: Einen Rückschritt in alte, komplizierte ÖPNV-Systeme will niemand der aktuellen Deutschland-Ticket-Kunden. Und auch die Politik kann daran kein Interesse haben, geht es ihr doch stets um Verlässlichkeit und Vertrauen. Ein Wieder-Streichen des Angebots würde hingegen genau das Gegenteil bewirken.