Der Verband Zukunftsforum Familie (ZFF) hat die Deutsche Bahn aufgefordert, das ausgesprochene Aus für Familienreservierungen wieder zurückzunehmen. Die Bahn könne eine Schlüsselrolle für nachhaltiges und sicheres Reisen mit Kindern spielen, stattdessen gefährde sie dieses Potenzial, sagte die ZFF-Vorsitzende Britta Altenkamp dieser Redaktion. „Wir fordern die Deutsche Bahn auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen und gemeinsam mit familienpolitischen Akteurinnen und Akteuren neue, tragfähige Modelle zu entwickeln“, so Altenkamp weiter.

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Der ZFF forderte stattdessen einen Ausbau des Bahn-Angebots für Familien: „Denkbar wäre etwa ein Familien-Vielbucherrabatt und ein ausgebauter Familienbereich mit garantierten Plätzen – angelehnt an das bereits existierende Angebot des BahnBonus-Sitzplatzbereich“, sagte Altenkamp. In den ICE-Zügen hält die Bahn eigene Sitzplatzbereiche vor, die von Kunden mit BahnBonus-Status Level Gold und Platin ohne Reservierung genutzt werden können – und von übrigen Fahrgästen freigehalten werden sollen. Familienfreundliche Mobilität sei ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Gesellschaft und dürfe daher nicht unter rein marktwirtschaftliche Gesichtspunkte gestellt werden, führte die ZFF-Chefin weiter aus.
Bahn: Verband sieht durch bahnreisende Familien Beitrag zum Klimaschutz
Die Deutsche Bahn hatte am Dienstag verkündet, dass es ab dem 15. Juni keine Familienreservierungen mehr gebe. Alle Reisenden würden demnach den Preis einer einzelnen Sitzplatzreservierung zahlen, auch Kinder. Laut Pro Bahn bedeute diese eine erhebliche Kostensteigerung: Für eine Familie mit zwei Kindern ergebe sich daraus für Hin- und Rückfahrt eine Preissteigerung von mehr als 100 Prozent, von zuvor 20,80 Euro auf 44 Euro.
ZFF-Vorsitzende Altenkamp sieht in dem Vorgehen der Bahn aus familienpolitischer und klimapolitischer Sicht einen „Schritt in die falsche Richtung“. Sie betonte: „Familien leisten mit dem Bahnfahren einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und damit zur Zukunft ihrer Kinder. Wer mit Kindern reist, braucht Planbarkeit, einen garantierten Sitzplatz und bezahlbare Angebote – keine zusätzlichen Hürden und erneuten Preiserhöhungen.“ Anstatt Familien zu stärken, erschwere die Bahn genau denen das Reisen, die ohnehin schon viel organisieren müssten.

Sie betonte auch die Bedeutung des Bahnfahrens für Familien an sich. Wer mit Kindern Auto fahre, sei oft abgelenkt, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstelle. Im Zug hingegen könne die gesamte Familie die Reisezeit gemeinsam, entspannt und sicher erleben. „Diese Möglichkeit sollte aktiv gefördert und nicht durch zusätzliche Kosten oder den Wegfall familienfreundlicher Angebote eingeschränkt werden“, sagte Altenkamp.





