Der Sammelklage der Verbraucherzentralen gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta haben sich bisher nur vergleichsweise wenige Leute angeschlossen. „Mit Stand 4. Juni 2025 liegen 9.779 Anmeldungen vor“, teilte das zuständige Bundesamt für Justiz (BfJ) auf Anfrage mit. In dem Verfahren geht es um mögliche Schadenersatzansprüche gegen Facebook wegen eines unangemessenen Umgangs des Unternehmens mit den persönlichen Daten seiner Nutzer. Davon betroffen waren geschätzt sechs Millionen Kunden, die als potenzielle Mitkläger infrage kommen.

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„Es ist wichtig, dass mehr Leute von der Klagemöglichkeit erfahren“, sagt Ronny Jahn, Leiter des Teams Sammelklagen beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Gründe für die bisher geringe Resonanz bei den Verbrauchern sind dem Verband bisher nicht zugetragen worden. Dabei ist es mit wenigen Klicks im Internet leicht möglich, sich als Mitkläger zu registrieren.
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In einem ersten Schritt können Facebook-Kunden prüfen lassen, ob ihre beim Unternehmen hinterlegte Telefonnummer vom Datenklau betroffen ist. „Wir haben eine Suchmaschine eingerichtet“, erläutert Jahn. Sie ist auf der Webseite der Verbraucherzentralen zu finden. Ist Facebook die Nummer tatsächlich abhandengekommen, kann sich die Kundin oder der Kunde online beim BfJ für die Klage registrieren lassen. Die Webadresse lautet: www.bundesjustizamt.de. Einen Textbaustein für den Antrag stellt der vzbv online direkt nach dem Betroffenheits-Check bereit.
Facebook: Der Bundesgerichtshof hat zugunsten der Verbraucher geurteilt
Hintergrund der Klage ist ein Datendiebstahl. Die Kriminellen haben die persönlichen Daten von weltweit einer halben Milliarde Facebook-Nutzer 2021 ins Netz gestellt. „Scraping“ lautet der Fachbegriff für die illegale Aneignung von Informationen. Für die Inhaber persönlicher Daten wie der Telefonnummer oder der Mailadresse kann die Tat unangenehme Folgen haben, etwa in Form unerwünschter Werbeanrufe oder Mails. Der Facebook-Mutterkonzern Meta sieht im Gegensatz zum vzbv keinen Entschädigungsanspruch für die Verbraucher und beruft sich auch auf Tausende gewonnene Verfahren in dieser Sache.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jedoch in einer wegweisenden Entscheidung zugunsten der Verbraucher geurteilt und damit für deutsche Gerichte auch eine Leitlinie gesetzt. Der BGH hält eine Entschädigung von 100 Euro für angemessen. Denn die höchsten Richter sehen alleine schon den Kontrollverlust über die eigenen Daten als immateriellen Schaden an. „Weder muss insoweit eine konkrete missbräuchliche Verwendung der Daten erfolgt sein, noch bedarf es sonstiger zusätzlicher spürbarer negativer Folgen“, heißt es in der Begründung des Urteils.
Kurzfristige Terminierung: Spannend wird es am 10. Oktober
Sind mit dem Datenklau erhebliche Einschränkungen für einzelne Betroffene verbunden, kann die Entschädigung auch deutlich höher ausfallen. So verlangt der vzbv in der Sammelklage Beträge von bis zu 600 Euro, wenn beispielsweise viele sehr persönliche Daten im Internet veröffentlicht wurden. Derlei Informationen müssen laut Datenschutz-Grundverordnung (DSGO) sorgsam geschützt werden. Geschieht dies nicht, kann ein Entschädigungsanspruch entstehen.
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Mit dem BGH-Urteil im Rücken sehen Verbraucherschützer gute Chancen, für die Mitkläger einen Entschädigungsanspruch zu erstreiten. Auch deshalb überrascht die bisher geringe Zahl der Mitkläger. Aber das kann sich noch ändern. Facebook-Kunden haben noch reichlich Zeit, sich in das Klageregister einzutragen. Erst drei Wochen nach dem Ende der mündlichen Verhandlungen endet die Frist, in der sich Betroffene noch registrieren lassen können. Für die Verbraucher ist die Klage unabhängig vom Ergebnis kostenlos.
Spannend wird es am 10. Oktober. Dann beginnt am Hamburger Oberlandesgericht die mündliche Verhandlung der Sammelklage. Die vergleichsweise kurzfristige Terminierung könnte auf einen angestrebten Vergleich zwischen Meta und dem vzbv hindeuten. An einer schnellen Beilegung des Rechtsstreits dürften beide Seiten interessiert sein. Momentan herrscht zwischen den Beteiligten allerdings Funkstille. „Vergleichsgespräche gibt es derzeit noch nicht“, betont Jahn.






