Im Lebensmittelhandel dürfen Verbraucher bei vielen Produkten auf Preissenkungen hoffen. Die Discounter Lidl und Aldi haben für mehrere hundert Produkte die Preise gesenkt. Und die Supermärkte Rewe, Penny, Edeka und Netto wollen dem Beispiel folgen. Die Reduzierungen betreffen einzelne Produkte quer durchs Sortiment – von Baguettes, Chips, Nudeln, Limos, Süßigkeiten, Wein bis Zucker. Manches soll bis zu 35 Prozent billiger werden.

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Wirtschaft in Berlin

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Lidl will 500 Produkte dauerhaft günstiger machen, Aldi hat dieses Jahr bereits 1000 Artikel dauerhaft reduziert. „Rewe und Penny werden die Preise über alle Warengruppen bei vergleichbaren Artikeln ebenso senken“, sagte eine Sprecherin der Rewe Group. Edeka will die Preise für „alle ähnlichen Artikel in gleichem Umfang wie Aldi“ senken. Das gelte vor allem für Eigenmarken. „Diese Preissenkungen werden wir jetzt so schnell wie möglich umsetzen, es kann aber ein, zwei Tage dauern, bis das in allen Märkten sichtbar wird“, so ein Edeka-Sprecher.

Lidl will mit der Preissenkung seine Kunden entlasten. „Dank langfristiger, fairer Vereinbarungen mit Lieferanten und hoher Abnahmemengen kann der Discounter seine Preise senken“, heißt es in einer Mitteilung. Die Kostensenkung werde an die Kunden weitergegeben. Auch Aldi möchte für „finanzielle Entlastung“ der Kunden sorgen.

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Lidl, Aldi, Rewe, Penny, Edeka und Netto senken Preise: Manches bleibt dennoch deutlich teurer

Fakt ist allerdings auch, dass die Lebensmittelpreise seit der Corona-Pandemie drastisch gestiegen sind – auch in Discountern und Supermärkten. Sie waren in den vergangenen Jahren für die Inflation ein großer Preistreiber. Seit 2020 sind die Lebensmittelpreise um mehr als 36 Prozent gestiegen, so die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. „Da sind die angekündigten Preissenkungen nur Korrekturen“, sagt Armin Valet, Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. „Auch wenn die Preise jetzt gesenkt werden, zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher immer noch deutlich mehr für Lebensmittel als vor einigen Jahren.“

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Teilweise sei eine Korrektur auch überfällig, „weil die Preise für Lebensmittel teilweise über Gebühr gestiegen sind“, so Valet. Zudem hätten viele Hersteller in den vergangenen Jahren die Packungsgrößen für Produkte reduziert, aber gleichzeitig den Verkaufspreis stabil gehalten. In solchen „Mogelpackungen“ wurden Preiserhöhungen versteckt, sagt der Verbraucherschützer.

Verbraucherschützer fordern Preis- und Kostenbeobachtungsstelle

„Sollten Discounter ihre Preise wirklich dauerhaft reduzieren, begrüßen wir diesen Schritt“, sagt Lisa Völkel, Expertin für Lebensmittelpreise im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv): „Die hohen Lebensmittelpreise erschweren es Verbrauchern und Verbraucherinnen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.“ Für eine gesunde Ernährung sei es wichtig, dass vor allem die Preise von Grundnahrungsmitteln und frischen Produkten sinken, so die Expertin.

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„Ob die angekündigten Preissenkungen wirklich dauerhaft durchgesetzt werden oder nur eine Werbemaßnahme sind“, lasse sich nur mit einer Preis- und Kostenbeobachtungsstelle ermitteln, die es in Deutschland jedoch nicht gibt, sagt Völkel. Damit könnten sowohl Kosten als auch Preise über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. „In Ländern wie Spanien oder Frankreich sind diese bereits etabliert“, sagt die Verbraucherschützerin: „Versteckte Preiserhöhungen durch Mogelpackungen sollten zudem mit einem klaren Hinweis versehen werden.“