Pflegende Angehörige finanziell unterstützen – so ähnlich wie es beim Elterngeld für Mütter und Väter der Fall ist: Dieses Vorhaben steht im Koalitionsvertrag von Union und SPD und auch die neue Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat einen ersten Vorstoß gewagt, allerdings ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Auch interessant

Fraglos muss einiges passieren, um das deutsche Pflegesystem fit für die Zukunft zu machen. Die Pflegekassen kämpfen schon seit Längerem mit Milliardenverlusten, Zuzahlungen für Pflegende steigen und die Zahl der hierzulande tätigen Pflegekräfte ist nicht ausreichend, obwohl Pflege vielfach schon jetzt in den eigenen vier Wänden und auch mithilfe von Angehörigen geschultert wird. Man kann sagen: Die Pflege ist selbst zu einem Pflegefall geworden.

Pflege: Ein Klug ausgestaltetes Familienpflegegeld könnte viele Gewinner haben

Der Gedanke, die häusliche Pflege zu fördern, ist in dieser Lage ein Baustein, der für Entlastung sorgen kann – aber bitte, ohne neue Ungerechtigkeiten zu schaffen. Und gerade dabei sollte der von Ministerin Prien selbst ins Spiel gebrachte Vergleich mit dem Elterngeld eine Mahnung sein. Bei der Lohnersatzleistung, die Eltern nach der Geburt eines Kindes beziehen können, sind nämlich nach wie vor die Frauen die Hauptbezieher. Ja, Männer beteiligen sich, aber eben nicht so lange.

Dominik Bath Kommentarfoto
Dominik Bath ist Redakteur für Politik & Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Das hat Folgen für die Frauen, die häufig nach der Elternzeit nur noch in Teilzeit in die Arbeitswelt zurückkehren – und deswegen zum Beispiel auch im Alter weniger Rentenzahlungen zu erwarten haben. Care-Arbeit können aber auch Männer. Pflege gemeinsam zu schultern – auch das könnte das Ziel eines klug ausgestalteten Familienpflegegelds sein.