Nach einem schlechten Jahr erholt sich die Wärmepumpen-Branche wieder. Die Verkäufe der strombetriebenen Hausheizungen gingen im ersten Quartal diesen Jahres deutlich nach oben. Mit gut 60.000 Anlagen lag der Absatz um ein Drittel über der Zahl des entsprechenden Vorjahresquartals. Wie sich das weiterentwickelt, hängt maßgeblich von der Energiepolitik der neuen Bundesregierung ab.

Heizen wird teurer: Gaskunden zahlen deutlich mehr, Heizölkunden nur leicht. Warum die Kosten steigen und was Experten raten.

Wärmepumpen holen die Energie zum Heizen aus der Luft oder der Erde. Wenn sie mit Strom aus Wind- oder Solarkraftwerken betrieben werden, verursachen sie kaum klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß. Deshalb kann die Technik einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität liefern.

Der Erfolg in jüngster Zeit ist relativ. Denn nach einem sehr guten Jahr 2023 geriet die Branche 2024 ziemlich unter die Räder. Das war eine Folge des Streits über das Gebäudeenergiegesetz der Ampel-Regierung. Die Grünen wollten den Umstieg unter anderem auf Wärmepumpen schneller vorantreiben, die FDP stellte sich quer, viele Hausbesitzer nahmen deshalb wohl Abstand von einer Investition in die neue Technologie.

Finanzierung: Politische Perspektive scheint teilweise unklar

Jetzt wachsen die Balken in den Grafiken des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) wieder. Schon Ende 2024 wurden über 50.000 Verkäufe pro Quartal erreicht. Auch die Anträge auf staatliche Zuschüsse nehmen zu. Sie lagen bei 73.000 im letzten Quartal 2024 und bei 64.000 im ersten Vierteljahr 2025. Allerdings betrachtete BWP-Geschäftsführer Martin Sabel das teilweise als „Vorzieheffekt“: Es mag sein, dass einige Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer die Anträge jetzt schon stellen, weil sie eventuellen nachteiligen Änderungen durch die neue Bundesregierung zuvorkommen wollen.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Wenn es so weiter ginge wie momentan, würden 2025 etwa 250.000 neue Wärmepumpen eingebaut, gegenüber 193.000 im vergangenen Jahr. Ihr Marktanteil bei den neuen Heizungen liegt jetzt bei 27 Prozent. Etwa zehn Prozent aller rund 21 Millionen Gebäudeheizungen hierzulande seien gegenwärtig Wärmepumpen, so der Verband.

Pressestatement zum Wärmepumpengipfel
Martin Sabel, Geschäftsführer vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP).© picture alliance | Bernd von Jutrczenka

Wobei die politische Perspektive teilweise unklar erscheint. Gegenwärtig sieht die Lage so aus: Immobilienbesitzende, die eine alte Öl- oder Gasheizung durch ökologische Techniken wie Wärmepumpen ersetzen, erhalten hohe staatliche Zuschüsse, teilweise fünfstellige Euro-Summen. Und das Gebäudeenergiegesetz schreibt vor, dass ab 2026 in großen Städten, ab 2028 in kleineren Gemeinden neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, was unter anderem den Einbau von Wärmepumpen begünstigt.

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Umfrage: Eigentümer insgesamt zufrieden über die Installation ihrer Wärmepumpen

Währenddessen hat die kommende Regierung aus Union und SPD vereinbart, dieses Gesetz „abzuschaffen“. Was das genau heißt, muss sich erst zeigen. Wird das 65-Prozent-Kriterium beseitigt? Die Zuschüsse will die neue Regierung jedenfalls beibehalten, und auch das Ziel der Klimaneutralität tastet sie nicht an. Außerdem soll Elektrizität billiger werden, was den Wärmepumpen zugute käme. BWP-Geschäftsführer Sabel hoffte vor diesem Hintergrund auf „Stabilität“ beim Gesetz und der Förderung. Allerdings gibt er den potenziellen Investoren den Rat: „Die Förderung wird nicht besser als heute“.

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Zur Ermunterung der Hauseigentümerinnen und Eigentümer diente auch die Umfrage des Instituts Forsa, die der Verband präsentierte. Rund 800 Investoren hatte man gefragt, wie sie die Installation einer Wärmepumpe in ihrem Bestandsgebäude beurteilen. Ergebnis: 96 Prozent sind mit dem Betrieb ihrer neuen Heizung eher oder sehr zufrieden.