Wer sich nach der Debatte um das Heizungsgesetz noch schnell eine neue Gasheizung einbauen hat lassen, könnte diesen Schritt schon bald bereuen. Der Grund: Der CO2-Preis wird ab 2027 laut Experten deutlich steigen und mit ihm die Heizkosten für Verbraucher. Wie eine Umfrage des Energieunternehmens Aira zeigt, unterschätzen die Deutschen diese Preissteigerung jedoch deutlich.

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Manche Experten rechnen damit, dass der CO2-Preis bis 2030 auf bis zu 300 Euro pro Tonne steigen könnte – andere rechnen mit einem moderateren Anstieg von rund 120 Euro. Derzeit liegt der CO2-Preis noch bei 55 Euro pro Tonne. Für Haushalte bedeutet das deutliche Mehrkosten, doch nur fünf Prozent der Befragten haben laut Aira eine realistische Vorstellung davon, wie viel mehr Geld sie künftig fürs Heizen zahlen müssen. 95 Prozent der Befragten Haushalte schätzen die Mehrkosten demnach zu niedrig ein. 20 Prozent gaben außerdem an, die Mehrkosten gar nicht abschätzen zu können.

Heizen: Deutsche wissen im Schnitt zu wenig über Preisbildung
Eine Vorahnung, dass da etwas auf sie zukommt, haben allerdings wohl mehr Deutsche. Denn rund ein Drittel möchte sich laut Umfrage auf die Preissteigerung vorbereiten, hat aber das Gefühl, das nicht zu können. Das Unternehmen vermutet dahinter, praktische, soziale oder finanzielle Hürden – etwa bei der Umrüstung auf alternative Energieträger.
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Bei einigen besteht allerdings auch ein Informationsproblem: Denn immerhin 35 Prozent kennen keine Details zur Neugestaltung des CO2-Preises und 23 Prozent der Befragten haben noch nie davon gehört. Ab 2027 wird der Emissionshandel in der EU auf die Sektoren Gebäude und Verkehr ausgeweitet. Dann bildet sich der CO2-Preis am Markt und wird nicht wie bisher festgesetzt. Das wird laut verschiedener Untersuchungen zu deutlich höheren Kosten für Heizöl, Erdgas und Kraftstoffen führen. Die Idee dahinter: Marktanreize statt Verbote, um klimafreundliches Handeln zu fördern. „Die mangelnde Vertrautheit mit diesem System könnte es den Haushalten erschweren, sich auf absehbare Mehrkosten individuell vorzubereiten“, heißt es dazu bei Aira.
Klimageld: Politik könnte Einnahmen zurückzahlen
Das Unternehmen ging bei der Befragung davon aus, dass der CO2-Preis bis 2030 auf 200 bis 300 Euro pro Tonne steigt. Für einen Haushalt im Einfamilienhaus würden sich so im Schnitt Mehrkosten von bis zu 1400 Euro im Jahr ergeben. Die Mehrheit der Befragten rechneten hingegen mit Mehrkosten von weniger als 500 bis zu 800 Euro. Für die repräsentative Umfrage wurden laut Aira im März 1000 Menschen in Deutschland befragt. Das Durchschnittsalter lag bei 41,5 Jahren.
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Dabei räumt das Unternehmen selbst ein, dass die angenommene Preisentwicklung am oberen Ende des erwartbaren liegt. Mit anderen Worten: Ganz so schlimm, wird es wohl nicht kommen. Tatsächlich variieren die Prognosen von Forschungsinstituten stark: Von 48 bis 300 Euro bis 2030 wird der Preissprung vorausgesagt. Und: Noch immer steht im Raum, dass die Einnahmen im Rahmen eines Klimagelds an die Bürgerinnen und Bürger zurückgezahlt werden könnten. Wer klimafreundlich lebt, erhält mehr Geld – so die ursprüngliche Idee. Ob und wie die neue Regierung die Rückzahlung ausgestaltet, ist jedoch offen.




