Handwerker sind stark gefragt. Wer einen Maler, Elektriker oder Monteur braucht, muss oft mehrere Wochen auf einen Termin warten. Manchmal auch länger. Nur bei echten Notfällen geht es mit Glück deutlich schneller. Die Hauptursache liegt im fehlenden Personal. Ein Problem, vor dem die ganze deutsche Wirtschaft aufgrund der Überalterung der Gesellschaft steht. Die Boomer-Generation geht langsam in Rente, der Nachwuchs reicht nicht aus, um die Lücken zu stopfen. Ein Engpass mit Ansage.

Gut 200.000 Jobs sind aktuell bei den rund eine Million Betrieben im Handwerk nicht besetzt. Auch Ausbildungsplätze bleiben häufig ohne Bewerber. Dies ist umso bedauerlicher, weil das Handwerk mit seinen mehr als 130 verschiedenen Berufen für viele junge Menschen spannende Entwicklungschancen bietet.

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Beate Kranz ist Wirtschaftsredakteurin der FUNKE Zentralredaktion.
Beate Kranz ist Wirtschaftsredakteurin der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

KI wird die Berufe nicht so schnell ersetzen – doch das Handwerk muss aktiv werden

Ob in klassischen Feldern am Bau als Elektriker, Tischler oder Maler, im Medizinischen als Augenoptiker oder Zahntechniker, im Dienst des Klimaschutzes im Sanitär- oder Heizungsbereich oder ganz Hightech als Elektroniker für Gebäudesystemintegration. Überall bieten sich Chancen, einen Beruf nach individuellen Vorlieben zu ergreifen. Das Gute: Diese dürften noch viele Jahre zukunftsfest bleiben, da sie nicht so schnell von Künstlicher Intelligenz ersetzt und wegrationalisiert werden können. Vielmehr noch: Man kann sich damit auch selbstständig machen und sein eigener Chef oder seine eigene Chefin werden.

Viele Vorteile liegen auf der Hand. Doch das Handwerk muss sich wohl noch stärker darum bemühen, dies in die Klassen der Schulen und Gymnasien zu tragen. Der Kampf aller Branchen um den besten Nachwuchs ist längst entfacht – wer hier nicht aktiv wird, verliert die Zukunft.