Gleichberechtigung ist Donald Trump ein Dorn im Auge. Nach den USA und Frankreich versucht der US-Präsident nun auch, Firmen in Deutschland von ihrer Unternehmenskultur der Diversität abzubringen – Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion. Per Brief werden sie auf die neuen in den USA geltenden Diversitätsregeln hingewiesen. „Inzwischen haben etwa zwei Dutzend in Deutschland ansässige Unternehmen solche Schreiben von der US-Botschaft in Berlin erhalten“, berichtet der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Volker Treier, dieser Redaktion. Konkrete Firmennamen nennt er nicht.

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Wirtschaft in Berlin
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„Nach unseren Informationen verschicken US-Botschaften in Europa entsprechende Briefe an direkte Geschäftspartner“, sagte Treier weiter. Außerdem verschicken die US-Konsulate in Deutschland solche Aufforderungen an hiesige Betriebe. „Diese sind nach unseren Erkenntnissen bislang direkte Vertragspartner amerikanischer Regierungsstellen.“ Ein klares Bild dazu habe die Kammer noch nicht. Auch in anderen europäischen Ländern seien solche Schreiben bei Unternehmen eingegangen, die diese teilweise an ihre Zentrale nach Deutschland zur Prüfung weitergeleitet haben, berichtete Treier.

„Direkt betroffen sind möglicherweise vor allem Vertragspartner von US-Auslandsvertretungen und Regierungsstellen, die sich als europäische Unternehmen selbstverständlich an die hier geltenden Gesetze halten müssen“, führte der DIHK-Außenwirtschaftschef aus. Das sorge in einer vom Zollstreit angeheizten schwierigen Lage zwischen den USA und Europa für zusätzliche Irritationen, „die in der Praxis bislang jedoch nach unserer ersten Einschätzung wenig Auswirkungen haben“.
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US-Präsident Trump hatte bereits im Januar Ministerien und Bundesbehörden in den USA angewiesen, Programme zur „diskriminierenden und illegalen Bevorzugung“ von Randgruppen zu stoppen. Per Erlass kippte er zudem eine ganze Reihe von früheren, teils seit Jahrzehnten geltenden Dekreten, mit denen die Chancengleichheit bei der Beschäftigung und eine ausgewogene Besetzung der Belegschaft hinsichtlich ihrer Hautfarbe, Geschlecht und Religion erreicht werden sollte.
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Für den DIHK-Außenhandelschef steht fest: „Vielfalt und Weltoffenheit sind für die deutsche Wirtschaft wichtige Faktoren sowohl im Geschäftsleben als auch in der betrieblichen Praxis. Die Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft, sexueller Orientierung oder Lebensalter spielt eine große Rolle bei der Weiterentwicklung von Unternehmen sowie bei der Bindung von Arbeitskräften.“ Das gelte beispielsweise auch dafür, durch verstärkte Anstrengungen, Menschen mit Handicaps den Zugang ins Erwerbsleben zu erleichtern. „Ausdrücklich fühlt sich die deutsche Wirtschaft zudem den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichtet. Diese sind ein Wert an sich“, hob Treier hervor.
Auch der Industrieverband BDI hat deutschen Firmen geraten, nicht auf die Forderung nach Einschränkung ihrer Diversitätsprogramme einzugehen. Unternehmen, die Vielfalt und gleiche Aufstiegschancen förderten, seien in der Regel innovativer und produktiver und gewännen mehr qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hieß es. Auch der Verband „Der Mittelstand – BVMW“ steht zur Vielfalt: „Grundsätzlich halten wir an unserer Auffassung fest, dass diverse Teams ein Gewinn für Unternehmen und Belegschaft sind und dass es in diesem Bereich keine Einmischung von außen braucht“, sagte Lutz Kordes, Mitglied der Bundesgeschäftsführung des Verbands.





