In der Wirtschaft herrscht Unsicherheit. Seit seinem Amtsantritt sorgt US-Präsident Donald Trump fast täglich mit neuen Auflagen für Unruhe. Für Mittwoch kündigt der Republikaner sogar einen „Befreiungstag“ („Liberation Day“) an. Der Präsident will ein Zollpaket bekanntgeben, das alle Länder treffen soll. „Man würde mit allen Ländern anfangen“, kündigte Trump an. Und die Börsen in Asien, Europa und den USA reagierten am Montag prompt: mit deutlichen Kursverlusten.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Zu erwarten sind weitere Zusatzzölle. Der US-Staatschef will zudem sogenannte reziproke Zölle verhängen, die Gegner und Verbündete treffen könnten. Trump hatte bereits zahlreiche Zölle auf Importwaren in die USA verhängt, insbesondere gegen Mexiko und Kanada, aber auch gegen die EU-Staaten.
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Für die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, ist der von Trump angezettelte Handelskrieg ein Signal, dass sich Europa wirtschaftlich unabhängig machen müsse. „Ich sehe es als einen Moment, in dem wir uns gemeinsam entscheiden müssen, unser Schicksal besser in die Hand zu nehmen, und ich denke, es ist ein Schritt in Richtung Unabhängigkeit“, sagte die EZB-Chefin dem Radiosender France Inter.

Trump: So beurteilt Olaf Scholz die Lage
Olaf Scholz warnte als geschäftsführender Bundeskanzler vor den Risiken des Protektionismus für den Welthandel. Niemand profitiere davon, mahnte der SPD-Politiker bei seinem Besuch der Hannover Messe. „Wir alle gemeinsam setzen uns dafür ein, dass der Irrweg des Protektionismus nicht die Wachstumschancen der ganzen Welt zerstört.“ Man müsse klug, entschieden und stark auf protektionistische Aktionen reagieren.
„Aber wir müssen es immer mit der Perspektive machen, dass wir uns einigen wollen“, hob Scholz hervor. Eine vernetzte Wirtschaft sei wichtig. „Dadurch, dass wir uns austauschen, gelingt es uns, besseren Fortschritt, besseren Wohlstand, besseres Wachstum in der ganzen Welt zu erreichen.“
Trump: Ein Experte gibt düstere Prognose ab
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, mahnt bedachtes Handeln an. „Wir sollten auf die Androhung der Handelszölle durch Donald Trump nicht hysterisch reagieren, sondern nüchtern und deeskalierend“, sagte der Ökonom dieser Redaktion. Es gebe nur Verlierer durch Handelskonflikte. „Vor allem die US-Konsumenten werden den größten Schaden durch deutlich höhere Preise haben“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler voraus.

Allerdings werde die deutsche Industrie am stärksten unter den Handelskonflikten leiden, weil sie stark vom Handel abhängig ist, sagte Fratzscher. Dies betreffe sowohl ihre Vorleistungen als auch den Verkauf ihrer Produkte im Ausland.
„Meine größte Sorge sind nicht per se die nun angekündigten Zölle der USA, sondern die dadurch entstehende Unsicherheit über eine Eskalation und fehlende Planungssicherheit“, sagte der DIW-Chef. Dies dürfte die Investitionen der deutschen Unternehmen weiter schwächen und könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr erneut in die Rezession treiben.
Die neue Bundesregierung müsse laut Fratzscher eine Stärkung Europas und der gemeinsamen europäischen Kompetenzen zu ihrer obersten Priorität im Umgang mit den Handelskonflikten machen. „Wir Deutschen müssen verstehen, dass wir eine kleine Volkswirtschaft haben und unsere Interessen nur als Teil eines starken Europas schützen können.“





