Eines muss man dem scheidenden Verkehrsminister Volker Wissing lassen. Er hat sich um das Problemkind Deutsche Bahn gekümmert wie kein zweiter Minister vor ihm. Damit und mit vielen Milliarden Euro für die Sanierung des maroden Netzes hat er eine Zeit des Aufbruchs im Konzern ausgelöst. Man könnte es auch böse formulieren, den Kollaps auf der Schiene verhindert.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Nun muss dieser durch die pure Not erzwungene Aufbruch noch zu einem dauerhaften Programm werden. Mit den gewaltigen Summen aus dem Sonderprogramm für Infrastrukturinvestitionen hat die angehende Koalition dafür einen Grundstein gelegt – wenn es tatsächlich so kommt. Jetzt muss auch das Unternehmen selbst einen Riesenbeitrag leisten und seine Leistungen schnell verbessern.
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Daran gibt es nach vielen Jahren voller nicht eingehaltener Versprechen manche Zweifel. Nicht umsonst wird die Zukunft von Bahnchef Richard Lutz derzeit offen infrage gestellt. Es wäre ja zum Beispiel seine Aufgabe gewesen, hinsichtlich des Netzzustands rechtzeitig und nachdrücklich Alarm zu schlagen.

SPD und Union wollen sowohl den Aufsichtsrat als auch den Vorstand umkrempeln. Hier sollten sie schnell Klarheit schaffen, was und wen sie damit genau meinen. Unsicherheit und Unruhe lähmt. Das kann die Bahn gerade nicht gebrauchen. Und so einfach wäre ein Austausch an der Spitze auch nicht. Bahnchef zu sein, ist kein normaler Job. Neben Managerqualitäten verlangt er politisches Fingerspitzengefühl und die Bereitschaft, eine öffentliche Person zu werden, der jeder reinredet.
Alle Voraussetzungen zusammen bringen nicht viele Manager mit. So stellt sich die Frage, ob Lutz nicht erst einmal eine letzte Chance erhalten sollte, sein Sanierungsprogramm auch durchzuziehen, bevor durch eine vorzeitige Trennung noch einmal Millionen an Abfindung verloren gingen.






