Zeitdruck, ständige Überstunden, Stress mit dem Chef, Existenzängste. Der Druck im Job kann viele Ursachen haben – und trifft offenbar immer mehr Beschäftigte. Im vergangenen Jahr wurden so viele Mitarbeiter wegen akuter Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen krankgeschrieben wie niemals zuvor. Dies geht aus einer Auswertung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse hervor, die dieser Redaktion vorliegt.

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Wirtschaft in Berlin
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Insgesamt verzeichnete die KKH wegen dieser Diagnose 112 Fehltage auf 100 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. 2024 waren Belastungsreaktionen der dritthäufigste Krankschreibungsgrund überhaupt – nach Infektionen der oberen Atemwege und Rückenschmerzen. Sie können auch eine Vorstufe einer Depression sein, warnt die KKH.

Die Zahl der Krankschreibungen wegen dieser Diagnose steigen seit Jahren deutlich an. Im Jahr 2023 fehlten Versicherte wegen stressbedingter Belastungen nur rund 105 Tage, im Vor-Corona-Jahr entfielen sogar nur 74 Tage auf 100 Beschäftigte. Das entspricht einem Anstieg seit 2019 um 51 Prozent, fasst die KKH zusammen.
Stress: In diesem Bundesland gibt es die meisten Krankmeldungen
Stress wird oft nur als harmlose Begleiterscheinung des Alltags wahrgenommen. Dabei kann er ernste Folgen für die Gesundheit haben. „Dauerstress gehört zu den wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für Rückenbeschwerden, psychische Leiden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, warnt KKH-Arbeitspsychologin Antje Judick.
Für Unternehmen sei es deshalb wichtig, das Thema anzusprechen. Zwar seien wenig Bewegung und schlechte Ernährung als gesundheitliche Risikofaktoren ein Thema, nicht so psychische Belastungen. Dabei bedinge das eine das andere. „Bei anhaltendem Stress nehmen wir häufig Verhaltensweisen an, die der Gesundheit zusätzlich schaden“, meint die Arbeitspsychologin: „Wir bewegen uns oft weniger, essen mehr oder ernähren uns ungesünder, trinken mehr Alkohol. Es entsteht eine Art Teufelskreis.“
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Besonders häufig werden Menschen im Saarland wegen stressbedingter Belastungen krankgeschrieben. Hier kommen auf 100 Versicherte laut KKH 176 Fehltage, gefolgt von Sachsen-Anhalt (151), Brandenburg (148), Mecklenburg-Vorpommern (145) und Schleswig-Holstein (142). Die geringsten Fehltage wegen Dauerstresses werden in Baden-Württemberg mit 81 Tagen, Bayern (83) und Hamburg (89) registriert. In dem großen Flächenland Nordrhein-Westfalen entfallen 117 Fehltage auf 100 Patienten.





