Wegen der Vogelgrippe werden in den USA die Eier knapper und teurer. Deutschland wird um Hilfe gebeten. Wie ist die Lage hierzulande? Können wir helfen? Werden zu Ostern die Eier knapp? Antworten auf die wichtigsten Fragen am Eiermarkt.
Kann Deutschland den USA mit Eiern aushelfen?
Die USA haben über das Bundeswirtschaftsministerium angefragt, ob deutsche Unternehmen mit dem Export von Eiern aushelfen können. Wegen der Vogelgrippe mussten in den USA 56 Millionen Legehennen gekeult werden. „Dies sind mehr Hennen, als wir in Deutschland insgesamt haben“, sagt der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und Vorsitzende vom Bundesverband Ei, Hans-Peter Goldnick, dieser Redaktion.
Hintergrund: Jetzt bitten die USA auch Deutschland um Eier
Theoretisch könnten am deutschen Markt Freimengen per Schiff in die USA geschickt werden. „In einen 24-Fuß-Container passen 300.000 Eier – bei zehn Containern wären dies 3 Millionen Eier“, so Goldnick. Das dauert etwa 10 bis 12 Tage. Luftfracht wäre zu teuer. Doch in Europa gäbe es kaum Betriebe, die diese Mengen zusätzlich liefern können, es sei denn, sie vernachlässigen ihre heimischen Kunden.
Weiteres Problem: In den USA dürfen aus hygienischen Gründen nur „gewaschene Eier“ in den Handel kommen. In Europa dürfen dagegen nur „ungewaschene Eier“ verkauft werden. Also das genaue Gegenteil. „Es ist deshalb sehr unwahrscheinlich, dass größere Mengen in die USA geliefert werden“, meint der Eier-Verbands-Chef.
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Woher bekommt Deutschland seine Eier?
In Deutschland gibt es 51,4 Millionen Legehennen – rund eine Million Tiere mehr als 2023. Die Hennen legten 2024 im Schnitt 295 Eier – insgesamt 15,2 Milliarden. Diese Menge deckte den Inlandsbedarf zu 72,2 Prozent ab, wie aus Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hervorgeht. Der Rest wird importiert – mehrheitlich aus den Niederlanden, gefolgt von Polen und Belgien.
Werden Eier durch die Vogelgrippe knapp?
Auch in Deutschland gab es einige wenige Geflügelpestausbrüche. „Aber diese waren lange nicht so schlimm wie in den USA und Legehennen kaum betroffen“, berichtet Goldnick. „Eier werden deshalb nicht knapp. Jeden Tag kommen rund 40 Millionen Eier aus Deutschland und 20 Millionen Eier aus Holland auf den Markt. Es gibt also keinen Grund zur Sorge.“
Wichtig sei jedoch, dass Verbraucher nicht Eier über ihren Bedarf auf Vorrat kaufen. „Es gibt keinen Grund, Eier zu hamstern, wie dies in der Corona-Zeit bei Toilettenpapier geschehen ist. Nur durchs Horten würden Probleme entstehen.“
Werden Eier zu Ostern in Deutschland teurer?
Rund 50 Prozent aller Eier mit Schale werden von Discountern wie Aldi, Lidl, Penny, Netto & Co verkauft. „Diese Eier werden im August und September für das nächste Jahr gehandelt, wer liefert wo und wann Eier, zu welchem Preis“, beschreibt der Ei-Verbandschef das Verfahren. „Es ist unwahrscheinlich, dass die Preise kurzfristig erhöht werden. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass dies nicht passiert. Eier werden also in Deutschland voraussichtlich nicht teurer und wenn, dann nur unwesentlich“, so der Verbandschef.
Kann der Handel nicht doch noch den Preis hochsetzen?
„Der Wettbewerb unter den Discountern und Supermärkten ist so scharf, dass hier wohl keiner die Preise erhöhen wird“, ist Goldnick überzeugt, der seit 46 Jahren in dem Markt tätig ist. Anders sieht es auf Wochenmärkten aus, die ihre Eier auf den Spotmärkten – also Märkten bei Bauern kaufen. „Hier könnte es zu Ostern eventuell zu Preiserhöhungen kommen.“

Wie viele Eier essen die Deutschen?
Der Eier-Verzehr steigt seit zwei Jahren an. In Deutschland wurden 2024 pro Kopf 249 Eier verzehrt – zehn mehr als im Vorjahr, wie aus vorläufigen BZL-Zahlen hervorgeht. Die Menge umfasst auch verarbeitete Eier in Lebensmitteln – wie Nudeln. Insgesamt stieg 2024 damit der Verbrauch um vier Prozent auf 20,8 Milliarden Eier.
Wie wichtig sind Eier für die Gesundheit?
„Eier sind eine gute Quelle für biologisch hochwertiges Protein, das sehr gut verdaulich ist“, sagt Claudia Müller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Der Körper kann dieses Eiweiß (Protein) zu fast 100 Prozent verwerten. Eier liefern zudem die Vitamine A, D und B-Vitamine sowie Mineralstoffe. Zudem enthalten sie vor allem im Eidotter Fett. Eier können somit zur Nährstoffversorgung beitragen.

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Eier enthalten außerdem einen großen Anteil an Cholesterin. Dies schadet nicht jedem, nur wer Probleme mit dem Cholesterinspiegel hat, sollte weniger häufig Eier essen, rät die DGE. Lange Zeit wurde ein hoher Eier-Verzehr wegen des hohen Cholesteringehalts als kritisch eingestuft. Aktuelle Studien können jedoch weder eindeutig positive noch negative Auswirkungen des Eierverzehrs feststellen.
Wie viele Eier sollte man essen?
Nach den lebensmittelbezogenen Empfehlungen der Gesellschaft für Ernährung reicht ein Ei pro Woche – zum Beispiel als Frühstücksei. Da vielen Lebensmittel wie Nudeln oder Kuchen ebenfalls Eier enthalten, kommen diese noch hinzu.
Die Empfehlung basiert nicht auf gesundheitlichen Gründen, hebt die DGE hervor. Vielmehr sei ein Ei ausreichend für die Nährstoffzufuhr und die Gesundheit. Wenn mehrere Eier pro Woche gegessen werden, habe das auch keinen Einfluss auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sofern man sich insgesamt gesundheitsfördernd ernähre.





