Für die meisten Verbraucher ist es schwierig, sich ein eigenes Heim oder eine eigene Wohnung zu leisten. Nur sechs Prozent der Menschen in Deutschland wollen in diesem Jahr eine Immobilie bauen oder kaufen. Die Mehrheit von 58 Prozent hat dagegen keinerlei konkrete Bau- oder Kaufabsichten, vor zwei Jahren sagten dies nur 54 Prozent. Dies hat eine repräsentative YouGov-Umfrage unter 2000 Befragten für die BHW Bausparkasse ergeben, die dieser Redaktion vorliegt.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Am stärksten ist das Kaufinteresse in den jüngeren Generationen ausgeprägt. Unter den 18- bis 28-Jährigen (Generation Z) wollen 13 Prozent in eine Immobilie investieren, in der Generation Y (29 bis 44 Jahre) sind es 11 Prozent.
- Richtig in Gold investieren: ETF, ETC oder Münzen und Barren?
- Unter Trump: So sicher ist das deutsche Gold in den USA noch
- Faule Deutsche? Experten sagen, ob wir wirklich zu wenig arbeiten
- Gold kaufen: Profis geben wichtige Tipps für Anfänger
- Job & Gehalt: Experte verrät, was bei Gehaltsverhandlungen wirklich zieht
- Wohnen und Mieten: Reich werden mit Airbnb – Zwei Brüder verraten, wie es geht
Gleichzeitig wollen nur noch 12 Prozent der Hausbesitzer die Energieeffizienz ihres Eigenheims verbessern, 16 Prozent möchten in den Komfort und die Ausstattung investieren. Jeder 20. Besitzer möchte seine Immobilie wiederum barrierefrei umbauen.
Krise: So wichtig sind Immobilien für die Altersvorsorge
Generell haben Immobilien für viele einen hohen Sicherheitswert. Für gut jeden dritten Bürger (36 Prozent) bedeutet Wohneigentum vor allem eine gute Altersvorsorge. Bei Menschen, die auf dem Land wohnen, sagen dies sogar 44 Prozent. 31 Prozent sehen in einer eigenen Immobilie eine Sicherheit für sich und ihre Familie. Weitere 30 Prozent finden es wichtig, nie wieder eine Mietwohnung suchen zu müssen.
Grundsätzlich ist die Mehrheit jener, die einen Immobilienkauf anstreben, zuversichtlich, dass die Umsetzung gut oder sehr gut gelingen wird. In Ostdeutschland sagten 69 Prozent, dass ihr Vorhaben gelingen dürfte, im Westen sagen dies 62 Prozent. Zudem gibt es ein Nord-Süd-Gefälle: Unter Norddeutschen äußern sich 70 Prozent optimistisch zu ihrem Bauprojekt, in Bayern sagen dies nur 49 Prozent.
Die größten Hindernisse sehen die Bau- und Kaufwilligen in der Finanzierung. 46 Prozent haben nach eigenen Angaben zu wenig Erspartes oder finden die Kosten zu hoch. 43 Prozent klagen über ein zu geringes Einkommen. Unter den Optimisten sagen 38 Prozent der Bauwilligen, dass sie genügend Eigenkapital haben, weitere 37 Prozent wollen zudem selber handwerklich tätig werden. Jeder Vierte erwartet, dass er finanziell von Eltern oder Verwandten unterstützt wird.
Krise: Weniger Bürokratie beim Bau wichtig
Von der Regierung wünscht sich gut jeder dritte Befragte, dass die Baupolitik entbürokratisiert wird, Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Bauwilligen steuerlich entlastet werden. 35 Prozent wünschen sich Lockerungen bei den Umwelt- und Klimaschutzauflagen.
„Gerade die jüngeren Generationen müssen durch günstige Rahmenbedingungen ermutigt werden, die Weichen in Richtung Wohneigentum zu stellen“, sagt Dietmar König, Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse. „Das ist für Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen wichtig. Die Investitionen dieser jungen Menschen sind dringend nötig, um den Altbaubestand in Deutschland energetisch zu modernisieren.“
Wegen der geringeren Bautätigkeiten befindet sich Deutschland laut Wohnungswirtschaft in einer Wohnungsbaukrise. Die Zahl der Baugenehmigungen ist 2024 auf 215.900 gesunken – und damit 43.7000 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Besonders drastisch war der Einbruch bei Ein- und Mehrfamilienhäusern.





