Die Gewinneinbrüche beim größten europäischen Autokonzern Volkswagen und seiner Tochter Porsche machen ein schwerwiegendes Problem sichtbar: Die Autoindustrie in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Mit den Problemen dieser wichtigen Säule der Industrie gerät auch das Erfolgsmodell Deutschland in Gefahr, das seit Jahrzehnten auf den Export setzte und vom Weltmarkt profitierte. Verschärfend kommen die drohenden Zölle im Handel mit China und den USA hinzu, die den Unternehmen weitere Milliardeneinbußen bescheren werden.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Viele Autokonzerne erzielen seit Jahren einen Großteil ihrer Umsätze im Ausland, gut 75 Prozent der in Deutschland gebauten Autos werden exportiert. Doch dieses Konzept funktioniert nicht mehr. In den Exportmärkten werden heimische Unternehmen zu den größten Konkurrenten. Bislang war China für Volkswagen der größte Absatzmarkt.

Wenn VW und Porsche überleben wollen, müssen sie sich neu aufstellen

Doch das Land ist technologisch längst besser und moderner aufgestellt, baut eigene Fahrzeuge, insbesondere E-Autos, die wegen der dort niedrigeren Lohn- und Materialkosten zudem deutlich günstiger sind. Hier kann eine Produktion in Deutschland nicht mehr mithalten. Selbst Luxuswagen von Porsche finden in China deutlich weniger Abnehmer.

Beate Kranz ist Wirtschaftsredakteurin der Zentralredaktion
Beate Kranz ist Wirtschaftsredakteurin der Zentralredaktion© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Wenn die Autoindustrie erfolgreich überleben will, muss sie sich international neu aufstellen – und ihre Kosten drastisch senken. Dies wird hierzulande zu einem schmerzhaften Jobabbau führen. Die Verlagerung der Produktion in die Absatzmärkte kann eine Lösung sein, um von niedrigeren Kostenstrukturen zu profitieren und Zollschranken zu umgehen. Allerdings sichert das nur das Überleben Konzerne – der Standort Deutschland wird dabei der Verlierer sein.