In mehreren europäischen Ländern ist es bereits Alltag: In Finnland, den Niederlanden, Irland, Italien und Belgien werden Barzahlungen auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag gerundet. Zieht Deutschland bald nach? Die Bundesbank unterstützt die Idee und fordert einheitliche europäische Regelungen. Doch der Handelsverband Deutschland (HDE) ist skeptisch.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Das von der Bundesbank ins Leben gerufene „Nationale Bargeldforum“ hat einen Vorschlag zur Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen in Deutschland erarbeitet. Demnach sollen wie schon in anderen europäischen Ländern Barzahlungen künftig auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag auf- oder abgerundet werden. Konkret würde das bedeuten: Ein Betrag von 4,99 Euro würde auf 5,00 Euro aufgerundet, während 1,02 Euro auf 1,00 Euro abgerundet würde.
EU-Bürger befürworten die Abschaffung der Cent-Münzen
„Würden wir den Umlauf von Ein- und Zwei-Cent-Münzen einstellen, würde Bargeld für die Nutzer attraktiver werden. Außerdem wäre der Bargeldkreislauf nachhaltiger und effizienter“, erklärte Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank.
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Auch eine Mehrheit der Deutschen steht Ein- und Zwei-Cent-Münzen kritisch gegenüber: Laut dem jüngsten Eurobarometer der EU-Kommission würden 53 Prozent ihre Abschaffung befürworten. Im gesamten Euroraum sprechen sich sogar mehr als 60 Prozent der Befragten für ein Ende der kleinen Münzen und eine verpflichtende Rundungsregel bei Barzahlungen aus.
Der Handelsverband Deutschland warnt
Während Verbraucherschützer, Bankenverbände und Geldtransporteure eine gesetzliche Regelung fordern, zeigt sich der Handelsverband Deutschland skeptisch. HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebößel warnt vor einer freiwilligen Rundungspraxis. „Solange das Kleingeld europaweit staatliches Zahlungsmittel ist, führen solche Aktionen nur zu Verwirrung bei den Kunden und mehr Aufwand bei den Händlern.“
Eine Abschaffung der kleinen Münzen mache nur im Rahmen einer europaweit einheitlichen Regelung Sinn, die auch festlegt, wie Preise zu runden sind. Andernfalls müssten Händler individuell erklären, wann und wie auf- oder abgerundet wird – eine potenzielle Verzögerung des Bezahlvorgangs an der Kasse.
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Neben organisatorischen Herausforderungen sieht der HDE auch wirtschaftliche Folgen. Die für den Handel typischen Cent-Endungen von Preisen würden entfallen, was die Möglichkeiten zur Preisdifferenzierung einschränken könnte. Zwar würde durch den Wegfall der kleinsten Münzen weniger Wechselgeld benötigt, der Verbrauch größerer Münzen – insbesondere der Fünf-Cent-Stücke – könnte jedoch steigen.





