Das geplante Infrastruktur-Sondervermögen von CDU und SPD sollte dringend den rückläufigen Wohnungsbau in Deutschland ankurbeln, um die Wirtschaft zu stärken. „Wer mehr Wirtschaftswachstum will, sollte Wohnungen bauen“. Dies ist das Kernergebnis der unabhängigen Experten-Taskforce „Wachstumsinitiative Wohnungsbau“ aus Wirtschaft und Wissenschaft, die der frühere Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, leitet.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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„Eine Ankurbelung des Wohnungsbaus würde nicht nur das soziale Problem des Wohnungsmangels entschärfen, sondern zudem eine wichtige Voraussetzung für die Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte aus dem Ausland erfüllen“, sind die Experten überzeugt.

Konkret fordern die Experten die Förderung bezahlbarer Mietwohnungen gekoppelt an verbindliche Obergrenzen für die Baukosten. Der frei finanzierte Wohnungsbau sollte durch steuerliche Anreize gefördert, zinsgünstige und nachrangige Darlehen vergeben werden. Zudem sollten die Baukosten durch serielles Bauen gesenkt werden, heißt es in dem Forderungskatalog, der dieser Redaktion vorliegt.  

Experten: Das bringen 50.000 neue Wohnungen an Wachstum

„Durch den zusätzlichen Neubau von zum Beispiel 50.000 preisgünstigen Mietwohnungen kann ein Wachstumsimpuls von etwa 0,5 Prozent erreicht werden“, so Rürup. Solch ein kurzfristiger Konjunkturimpuls sei „sicher kein Königsweg, wohl aber ein Beitrag zur Lösung eines drängenden sozialen Problems und hätte damit das Potenzial, die Volkswirtschaft auf einen höheren Wachstumspfad zu bringen“. Die deutsche Wirtschaft stecke in einer Wachstumskrise. Der Export lahme infolge geopolitischer Verwerfungen, zudem fehlten Fachkräfte.

„Der Wohnungsbau ist ein guter Hebel für einen sofortigen Konjunkturimpuls“, sagte auch Matthias Günther, Leiter des Pestel Instituts und Mitglied der Taskforce. „Da das Produktivitätswachstum in Deutschland schwach ist und der Arbeitskräftemangel zunimmt, bleiben in der kurzen Frist vorrangig nur zusätzliche Investitionen, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. Die Investitionen in Wohnungen helfen auch bei der Gewinnung von Arbeitskräften.“

Die Baubranche selbst habe freie Kapazitäten. „Zudem gibt es Projekte, die bereits genehmigt, aber noch nicht begonnen wurden“, sagte Taskforce-Mitglied Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft: „Es braucht die richtigen Weichenstellungen: vereinfachte Rahmenbedingungen, verkürzte Verfahren, ein Anreiz für private Investitionen und die gezielte Förderung des bezahlbaren Bauens.“

Die Ampelkoalition wollte, dass jährlich 400.000 neue Wohnungen gebaut werden, blieb aber deutlich hinter diesem Ziel zurück.