Donald Trump gilt als großer Skeptiker des menschengemachten Klimawandels. Diese Haltung zieht sich durch die ersten Tage seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident. Jetzt hat Trump den Papierstrohhalmen den Kampf angesagt.

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Ministerien und Bundesbehörden sollen künftig keine Papiertrinkhalme mehr beschaffen und benutzen. Eine entsprechende Anordnung hat Trump am Montag unterzeichnet. „Wir kehren zu Plastikstrohhalmen zurück“, sagte er. Man erarbeite jetzt eine nationale Strategie, um die Verwendung von Papierstrohhalmen zu beenden. Umweltschützer zeigten sich entsetzt.

Trump will keine Papierhalme mehr – Greenpeace übt scharfe Kritik

„Plastikstrohhalme verschwenden Ressourcen und sind überflüssiger Müll. Sie werden nur wenige Minuten genutzt, können nicht recycelt werden und bleiben bei falscher Entsorgung jahrhundertelang in unserer Natur, unseren Flüssen und Meeren“, sagte Greenpeace-Ressourcenschutzexperte Moritz Jäger-Roschko dieser Redaktion.

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Laut der Umweltorganisation gehören Plastikstrohhalme zu dem am meisten gefundenen Plastikmüll an europäischen Stränden. Auch deshalb sind sie in der EU seit 2021 verboten. Experte Jäger-Roschko verweist darauf, dass sich in den vergangenen Jahren umweltfreundlichere Alternativen etabliert hätten. „Es gibt also keinen Grund, das Verbot infrage zu stellen“, so der Greenpeace-Mitarbeiter.

Trump gegen das Klima – mehr Öl, mehr Gas, mehr Plastikstrohhalme

Trump hatte in den ersten Tagen seiner Amtszeit unter anderem das Pariser Klimaschutzabkommen aufgekündigt. Die Vereinigten Staaten sollen unter ihm als Präsidenten zudem wieder mehr Öl und Gas fördern. Als Kritiker von Papierstrohhalmen gilt der Republikaner schon länger. Während seiner Kampagne zur Wiederwahl im Jahr 2020, die er letztlich verlor, wurden Plastikstrohhalme der Marke „Trump“ verkauft – zu einem Preis von 15 Dollar für einen Zehnerpack. Papierstrohhalme verspottete er. So wie jetzt auch.

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„Diese Dinger funktionieren nicht“, ätzte Trump über Strohhalme aus Papier. Er habe sie schon oft ausprobiert, ohne Erfolg. „Sie gehen kaputt, sie explodieren“, behauptete der 78-Jährige. „Wenn etwas heiß ist, halten sie nicht sehr lange – nur ein paar Minuten, manchmal auch nur ein paar Sekunden. Das ist eine lächerliche Situation.“ Deshalb kehrten die USA unter ihm zu Plastikstrohhalmen zurück. „Ich denke, das ist in Ordnung“, sagte Trump. Er glaube auch nicht, dass das Plastik einem Hai viel anhaben könne, „wenn er sich durch den Ozean frisst“.

Trump überrascht Experte: Rechtsaußen-Akteure bei Umweltschutz sonst offener

Die Abkehr Trumps vom Papierhalm – ein Politikbeobachter sieht darin auch eine politische Dimension: „Trumps Vorstoß reiht sich in eine allgemeine radikal wirtschaftsliberale Kritik an staatlicher Regulierung ein, wie sie auch von Elon Musk vorangetrieben wird. Die Frage des Plastikstrohhalms politisiert zudem ein Thema, das eine Alltagserfahrung der meisten Menschen berührt – und dadurch besonders leicht Aufmerksamkeit erregt“, sagte Politikwissenschaftler Manès Weisskircher von der TU Dresden dieser Redaktion.

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In einer Hinsicht überrasche Trumps Haltung aber, so Weisskircher. „Was an der geplanten Rücknahme des Plastikstrohhalmverbots besonders ist, ist, dass sie nicht eine klimapolitische, sondern eine klassische umweltpolitische Frage betrifft. Rechtsaußen-Akteure lehnen klimapolitische Maßnahmen meist vehement ab, zeigen sich jedoch bei umweltpolitischen Vorhaben zumindest rhetorisch oft offener“, erklärte der Experte. Trump habe das hier aber nicht anzubieten.

Trump dreht auch eine Entscheidung seines Vorgängers Biden zurück

Exakte Statistiken zur Menge der verwendeten Strohhalme in den USA gibt es nicht. Einige gehen davon aus, dass es bis zu 500 Millionen Einwegstrohhalme am Tag sein könnten, andere Erhebungen nennen halb so viele.

Trumps Vorgänger Joe Biden hatte vergangenes Jahr das Ziel ausgegeben, dass die nationale Regierung bis 2027 die Beschaffung von Einwegplastik in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und Verpackungen – und bis 2035 in allen Bereichen – einstellt. Auch einige Bundesstaaten und Städte – darunter Kalifornien, Oregon, Washington, New Jersey und Seattle – hatten dazu Vorschriften erlassen. Dort ist die Verwendung von Plastikstrohhalmen etwa eingeschränkt. Oder sie dürfen nur auf Kundennachfrage herausgegeben werden.

Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert